Die unbekannte "Pastorale"

Alte Philharmonie Münster

MÜNSTER Zu einer musikalischen Reise durch die sinfonische Musik der letzten 200 Jahre lud die Alte Philharmonie bei ihrem Herbstkonzert ein. In der Waldorfschule in Gievenbeck zeigte das Ehemaligen-Ensemble des Hochschulorchesters einen Mix aus berühmten Werken und weniger bekannten Schätzen.

von Von Simon Blümer

, 24.10.2011, 18:57 Uhr / Lesedauer: 1 min
Thorsten Schmid-Kapfenburg dirigierte die Alte Philharmonie in der Waldorfschule.

Thorsten Schmid-Kapfenburg dirigierte die Alte Philharmonie in der Waldorfschule.

Ebenfalls für Begeisterung sorgte die Darbietung des fünften Klavierkonzerts von Beethoven. Wie nahtlos und souverän sich das Orchester in das Spiel des italienischen Klavier-Solisten Gabriele Cervone einfügte und sein ganzes Arsenal an dynamischem Facettenreichtum zeigte, ließ die Musiker mit verdient frenetischem Applaus in die Pause gehen. Dass die Alte Philharmonie aber auch über den klassisch-romantischen Tellerrand hinausblicken kann, zeigte das Ensemble zu Beginn der zweiten Hälfte mit „A Finnish Myth“ von Einjouhani Rautavaara, einem der wichtigsten lebenden Avantgardisten Skandinaviens.

Höhepunkt des Konzertabends war Anton Dvoraks vergleichsweise unbekannte fünfte Sinfonie, „Die Pastorale“. Auch hier überzeugte das gesamte Orchester unter dem Dirigat von Schmid-Kapfenburg mit seiner ebenso ausdrucksstarken wie präzisen Ausführung. Die 1875 entstandene „Pastorale“ bot nicht nur dem Orchester die Gelegenheit, sich von der besten Seite zu zeigen, es rundete auch die musikalische Auswahl jenseits des typischen Klassik-Kanons wunderbar ab.