Die Wissenschaft des Weins

Expertise der Probe

Sie haben ihre eigene Sprache, eine spezielle Art zu riechen und trinken. Weintrinker suchen den ganzheitlichen Genus. Am Donnerstagabend nehmen gut zwei Dutzend Weinliebhaber und solche, die es noch werden wollten, am Auftakt der Weinprobenreihe im Bluesquare teil – und schmecken ganz genau hin.

BOCHUM

20.12.2013, 18:29 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Wissenschaft des Weins

Andreas Krämer erklärt, wie man ein Sektglas richtig hält und wie man daran riecht.

  Wie ein Winzer das anstellt, erklärt Störtkuhl mit einem kleinen Ausflug in die Biochemie. Zu den Weinproben gibt es nicht nur frischgebackenes Weißbrot und spanischen Manchego sondern immer wieder einige wissenschaftliche Erklärung zum Weingenuss. An der RUB erforscht Störtkuhl das Geruchssystem der Taufliege und kann auch erklären, warum Krämer den gespannten Zuhörern rät am Wein lieber mehrmals kurz als ein mal lange zu riechen: Unser Gehirn kann die Geruchsreize nur bis zu einem gewissen Grad verarbeiten – danach riechen wir auch den besten Wein nicht mehr.   Auch für die richtige Haltung des Glases gibt es eine wissenschaftliche Begründung: Wer das Glas nur am Stil anfasst, verhindert damit, dass die natürlichen Hautausdünstungen sich auf den Geruch des edlen Getränks auswirken. Überhaupt ist der Geruchssinn für einen Weinliebhaber wichtig. Vor dem Trinken riechen die Seminarteilnehmer unter fachkundiger Anleitung schon erste Aromen aus dem Getränk heraus.

  Damit sich der Wein voll entfalten kann, braucht er möglichst viel Kontakt mit der Luft. Deshalb schwenken Kenner den Wein schon im Glas und „kauen“ ihn: Diese schlürfende Art einen Wein mit möglichst viel Luft im Mund zu erschmecken, probieren die Besucher geräuschvoll selber aus. Ausprobieren, Wissenschaft und handwerkliches Hintergrundwissen greifen beim Weinseminar ineinander und machen es so zu einer runden Sache – und als Laien Weinliebhaber.