„Die Zeitinsel Labèque wird außergewöhnlich“

Konzerthaus Backstage

Das Publikum im Konzertsaal sieht die Künstler auf der Bühne, manchmal noch beim Gespräch danach oder bei einer Autogrammstunde. Was macht der Intendant, bevor die Musiker den Vertrag unterschrieben haben, was passiert hinter den Kulissen? Benedikt Stampa, Intendant des Dortmunder Konzerthauses Dortmund, schreibt in jedem Monat über einen Künstler in "Konzerthaus backstage". Diesmal über die Klavier-Schwestern Labèque.

DORTMUND

von Von Benedikt Stampa, Intendant Konzerthaus Dortmun

, 24.11.2015, 11:48 Uhr / Lesedauer: 2 min
„Die Zeitinsel Labèque wird  außergewöhnlich“

Katia und Marielle Labèque sind das berühmteste Klavier-Duo der Welt.

Vor wenigen Tagen vollbrachte ein junger Dirigent aus Athen, der im sibirischen Perm in knapp zehn Jahren eine schon heute legendäre Operncompagnie aufgebaut hat, im Konzerthaus Dortmund ein wahres Opernwunder. Die Aufführung der drei berühmten Da Ponte-Opern von Mozart wurde zu einem der Höhepunkte der gesamten Konzerthausgeschichte.

Die Zuhörer waren schier aus dem Häuschen und wollten wissen, wo wir dieses wunderbare Ensemble mit dem charismatischen Dirigenten Teodor Currentzis aufgespürt haben.

Currentzis im Schnee

Meine Antwort lautet stets, dass wir eigentlich immer auf der Suche nach dem außergewöhnlichen künstlerischen Projekt sind. Im Falle von Teodor Currentzis hätte ich nach Sibirien reisen müssen, um mit ihm zu sprechen, aber wir trafen uns etwas bequemer für mich im verschneiten Ingolstadt. Dort wurde Idee zur Mozart-Trilogie geboren.

Ähnlich verhält es sich mit dem nächsten großen Projekt, das ab heute und bis einschließlich Sonntag im Konzerthaus Dortmund realisiert wird.

Ideenschmiede Rom

Auch dafür begab ich mich auf Reisen. Diesmal mehr in den Süden, nach Rom. Dort traf ich Katia Labèque. Die Pianistin bildet mit ihrer Schwester Marielle das berühmteste Klavierduo der Welt. Ihre Auftritte sind legendär und voller Extravaganz. Für mich ein idealer Anknüpfungspunkt für einen kreativen Ideenaustausch.

Sie erzählte mir in einem stundenlangen Gespräch von ihren faszinierenden Projekten, die sie nirgendwo auf der Welt konzentriert realisieren könne. Und es waren tolle Ideen. Ich hörte ihr zu, dachte nach und so entstand die Idee zu einer "Zeitinsel" mit fünf Konzerten in Dortmund, die so wunderbar sind, dass sie nahtlos an die singulären Abende mit Teodor Currentzis anschließen werden.

Die Zeitinsel Labèque:

  • Mittwoch, 25. 11., 20 Uhr: „Roots“ mit Katia und Marielle Labèque (Klavier), Perkussion und Gesang. Ravel: „Mutter Gans“, „Rhapsodie Espagnole“ und „Bolero“ sowietraditionelle baskische Musik.
  • Donnerstag, 26. 11., 20 Uhr: Weltmusik mit der Gruppe Kalakan und den Labèques.
  • Freitag, 27. 11., 19 Uhr: Tanz mit den Labèques, HipHop-Tänzern, Percussion, Gitarre und Gesang, unter anderem aus Bernsteins „West Side Story“.
  • Samstag, 28. 11., 20 Uhr: Kammermusik mit den Labèques und Minimalist Dream House.
  • Sonntag, 29. 11., 15 Uhr: Familienkonzert mit den Labèques und Moderatorin Anne Kussmaul zu Ravels „Mutter Gans“.

Karten: Tel. (02 31) 22696200