Diebe haben es vermehrt auf Transporter abgesehen

rnKriminalität Kreis Borken

Die Zahl der Aufbrüche und Diebstähle aus Transportern hat zuletzt im Kreis Borken deutlich zugenommen. Wir haben mal bei der Polizei nachgefragt, woran das liegen könnte.

von Von Jochen Krühler

Kreis Borken

, 19.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Mal ist es ein hochwertiger Akkuschrauber, mal eine Profi-Stichsäge: Der Diebstahl von teuren Werkzeugmaschinen aus Transportern von Handwerksbetrieben hat im Kreis Borken zuletzt deutlich zugenommen. Allein in Bocholt gab es in den vergangenen drei Wochen ein knappes Dutzend solcher Fälle. Die Kreispolizei Borken hat jetzt die Kreishandwerkerschaft angeschrieben, um die Betriebe in der Region auf das Problem aufmerksam zu machen.

Mehr als zwei Dutzend Fälle

„Früher war es das Navi, heute sind es offenbar Werkzeuge“, sagt Polizei-Pressesprecher Frank Rentmeister auf Anfrage. Offenbar hätten der oder die Täter Abnehmer für ihre Beute, die sie so zu Geld machen könnten. Ob es sich um einen Einzeltäter oder eine Bande handelt, sei noch unklar. „Es scheint zumindest nicht jemand zu sein, der als Zufallstäter auftritt“, sagt Rentmeister. Die Diebe suchten sich vielmehr die Fahrzeuge gezielt aus.

Bislang steht fest: In der Regel werden die Fahrzeuge an den Privatanschriften der Mitarbeiter aufgebrochen. Nur in seltenen Fällen seien Transporter zum Ziel geworden, die auf Firmengeländen von Handwerksbetrieben standen, teilt die Kreispolizei mit. Und noch etwas sticht laut Polizei heraus: Die Fälle im Kreis Borken häufen sich vor allem an Montagen und an Freitagen, und dort besonders nachts.

Mehr als zwei Dutzend Fälle hat die Polizei in den vergangenen sechs Wochen registriert. Den bisher letzten Fall gab es vor rund einer Woche, als aus einem Fahrzeug in Bocholt ein Laubbläser und eine Heckenschere geklaut wurden.

Mitarbeiterfahrzeuge in Garage parken

Die Kreishandwerkerschaft Borken hat mittlerweile ein Info-Schreiben der Polizei an ihre rund 2000 Innungsmitglieder weitergeleitet. „Solche Fälle sind immer mal wieder Thema in der Branche“, sagt Daniel Janning, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft. Er betont, dass die Betriebe durchaus einen größeren finanziellen Schaden durch solche Einbruchsdiebstähle hätten. „Es geht hier nicht um Kleinkriminalität“, sagt Janning. „Bei Profi-Werkzeugen sind wir schnell im vierstelligen Bereich.“

Was die Vorbeugung angeht, verlässt sich die Kreishandwerkerschaft auf die Tipps der Kreispolizei. „Das sind die Experten“, so Janning. Die Kreispolizei rät Handwerksbetrieben unter anderem, die Mitarbeiterfahrzeuge in einer abschließbaren Garage zu parken – oder zumindest an belebten und gut beleuchteten Orten abzustellen. Hochwertiges Werkzeug solle nachts nach Möglichkeit nicht im Fahrzeug gelagert werden. Und die Transporter sollten mit zusätzlichen Sicherungen gegen Diebstahl ausgerüstet werden, etwa mit einer Alarmanlage mit Innenraumüberwachung.

Zunehmend würden Firmen sowohl Transporter als auch Werkzeuge mit GPS-Technik ausstatten, mit der sich über Satellit die Position ausfindig machen lässt, ergänzt Daniel Janning. „Das ist aber erst langsam im Kommen.“

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