Diese Kunst ist schön und geheimnisvoll

Osthaus Museum Hagen

"Was diese vier Künstler verbindet, sind die unterschiedlichen Realitätsebenen, die sie darstellen", sagt Dr. Tayfun Belgin, Direktor des Osthaus Museums Hagen. Ansonsten sind die vier Positionen in der Ausstellung "Von geheimnisvoller Schönheit" sehr unterschiedlich.

HAGEN

, 14.06.2016 / Lesedauer: 3 min
Diese Kunst ist schön und geheimnisvoll

Ausschnitt aus "Antiatlas" von Andrea Lehmann

Zunächst wären da die Arbeiten von Martin Schnur. Kleine und große Bilder, gemalt mit Ölfarbe auf Leinwand oder auf Kupfer. Die Bilder sehen trügerisch echt aus, fast wie Fotos.

Beim genauen Hinsehen wird aber deutlich, dass hier keine Realität abgebildet, sondern neu geschaffen wurde. So wie bei dem Bild "Nedege #3", wo eine hübsche Frau auf dem Boden liegt, umrahmt von Wasser. Das Gemalte übersteigt das physikalisch Mögliche und wirkt doch sehr real.

Blicke in eine Traumwelt

"Die Künstler erzählen in ihren Bildern Geschichten, die man nicht immer entschlüsseln kann", sagt Belgin. Warum liegt die Frau dort? Was tut sie dort? Schnurs Malerei wirft Fragen auf, denen der Betrachter sich stellen muss. "Die Künstler strengen Denkprozesse an, sie verarbeiten Erlebnisse und Träume zu Geschichten", so Belgin.

Besonders deutlich wird das bei Andrea Lehmann. "Ich fühle das Bild und versuche dann, es zu einem statischen Bild werden zu lassen. Die Frage ist dann, ob es mir beim Malen gelingt", sagt die Düsseldorferin über ihrer Malerei. Ihre Bilder sind dunkel, zeigen übergroße Menschen, Krokodile, Häuser mit Köpfen, Schlangen.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Osthaus Museum Hagen "Von geheimnisvoller Schönheit"

01.06.2016
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Zwei Bilder von Martin Schnur© Ansorge
"Antiatlas" von Andrea Lehmann© Ansorge
Zwei Bilder von Andrea Lehmann© Ansorge
Das Bild "Falsches Erwachen" von Andrea Lehmann© Ansorge
"Mänaden" von Andrea Lehmann© Ansorge
Ausschnitt aus "Antiatlas" von Andrea Lehmann© Foto: Ansorge
Ausschnitt aus "Antiatlas" von Andrea Lehmann© Ansorge
Eine nackte "Irrlichternde" von Martin Schnur© Ansorge
"Autonomer" von Martin Schnur© Ansorge
"Ikarus" von Robert Freund© Ansorge
Das Bild "Seeräuberjenny" von Robert Freund© Ansorge
"Hilfe von oben" aus dem Jahr 2015 von Andrea Lehmann© Ansorge

 "Ich glaube, Andrea Lehmann hat eine starke Traumwelt", sagt Belgin. Was genau die Träume oder die Bilder bedeuten, weiß die Künstlerin auch nicht. Die Bilder sind geheimnisvoll, weisen viele Bezüge zur Mythologie auf.

Der moderne Ikarus

Anspielungen auf die griechische Mythologie macht auch Robert Freund in seinem Werk "Ikarus". Während im Vordergrund ein Ingenieur an einer Erfindung bastelt, stürzt der stilisierte Ikarus vom Himmel und im Hintergrund verpestet die Industrie die Luft. "Freund hat hier den Nutzen und das Risiko der Technik gemalt", erklärt Belgin. Doch abgesehen davon, dass der Betrachter das Bild geheimnisvoll und schön finden kann, ist der Bezug zum Titel der Ausstellung im Osthaus Museum nicht einfach zu erkennen.

Geheimnisvoll sind auch die Bilder von Benedikt Richert. Eine Frau sitzt auf einem Stein, sie sieht nachdenklich aus, woran sie denkt, muss der Betrachter erraten. Das ist geheimnisvoll und - schön.

Osthaus Museum Hagen: "Von geheimnisvoller Schönheit", 24.7., Museumsplatz 1, Di-So 11-18 Uhr.