Dietmar Bär spendet das Preisgeld aus Bochum

Tatort-Star ausgezeichnet

Furchtlose Neugier, ungeschützte Offenheit, große Wandlungsfähigkeit - für Anselm Weber bringt Dietmar Bär viele Eigenschaften eines großartigen Schauspielers mit. "Er spielt aus dem Herzen heraus", sagte der Intendant des Bochumer Schauspielhauses am Donnerstagabend in den Bochumer Kammerspielen, wo der "Tatort"-Star Bär den Bernhard-Minetti-Preis erhielt.

BOCHUM

von Ronny von Wangenheim

, 07.07.2017, 15:52 Uhr / Lesedauer: 2 min
Dietmar Bär freute sich sichtlich über die Auszeichnung.

Dietmar Bär freute sich sichtlich über die Auszeichnung.

Dietmar Bär ist nach Otto Sander, Hermann Beil und Hannelore Hoger der vierte Träger des von der Mittelstandsgesellschaft Kemnader Kreis gestifteten Bernhard-Minetti-Preises. Seit 2010 spielt der Schauspieler, den viele mit seiner Rolle als Freddy Schenk im Kölner Tatort verbinden, immer wieder im Schauspielhaus Bochum, meist in den Inszenierungen von Weber. Aktuell ist er als Dorfrichter in "Der zerbrochene Krug" von Kleist und in "Gift. Eine Ehegeschichte" zu sehen.

Aus Dortmund aufgebrochen

Für Dietmar Bär schließt sich mit der Auszeichnung ein Kreis. Hierhin nach Bochum ist er 1982 als junger Mann aufgebrochen, von Dortmund-Hombruch in die große, weite Welt, wie er erzählt. An der Westfälischen Schauspielschule in Bochum hat er gelernt, schnell stand er schon mit den "großen" Kollegen auf der Bühne. "Hier habe ich sprechen und laufen gelernt", erzählte er.

"Dafür brennst Du"

Dann kamen Film und Fernsehen und damit eine lange Theaterpause. Ein Gastspiel in Bad Gandersheim, schon hier als Kleists berühmter Dorfrichter, war "wie eine Selbsttherapie". Dietmar Bär: "Ich merkte, Theaterspielen ist wie Fahrradlernen, das verlernst Du nicht". Und noch mehr: "Dafür brennst Du". Da fiel Anselm Webers Angebot auf fruchtbaren Boden, "Theater ist der große Hort der Fantasie", betonte der Schauspieler.

Keine Starallüren

"Mit spitzen Fingern und Bedenken", so Anselm Weber, behandle man am Theater Stars aus Film und Fernsehen. Diese seien es zum einen nicht gewohnt, die Tiefe einer Figur auszuloten. Zum anderen mache "die Macht der Sender" genaue Planung schwierig. Nicht so bei Dietmar Bär. "Er ist kein Star, der allein glänzen will", lobte er auch Bärs große Bescheidenheit. Er hob aber auch hervor, dass Bär ein wacher, politisch denkender Mensch sei, der sich sozial engagiere. Dietmar Bär ließ diesen Worte Taten folgen. "Die Penunse", immerhin 3000 Euro, die mit dem Minetti-Preis verbunden sind, will er Bochumer Projekten spenden, in denen es um Flüchtlinge geht.

Weitere Theaterpreise vergeben

Verbunden mit der Verleihung des Bernhard-Minetti-Preises war die Vergabe der inzwischen zwölften Bochumer Theaterpreise durch den Freundeskreis. Die mit 3000 Euro dotierten Preise gingen an Nils Kreutinger als Nachwuchs-Schauspieler, und Publikumsliebling Roland Riebeling.

Intendant Anselm Weber gewürdigt

Außerdem würdigte Stadtdirektor Michael Townsend Anselm Weber und seine siebenjährige Intendanz, die Zuschauerrekorde brachte, aber auch durch die Konsolidierung des Schauspielhauses geprägt war. Townsend: "Heute ist unser Theater dauerhaft gesichert."

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