Dinosaur Jr. bringen den Grunge in die Zeche

Rock-Veteranen in Bochum

Seit über 30 Jahren gibt es die Alternative-Rock-Veteranen Dinosaur Jr. schon. In den 90er-Jahren, der Grunge-Ära, wurde die Band um Frontmann J Mascis so richtig bekannt. Doch auch heute spielen die US-Amerikaner noch in ausverkauften Hallen. So wie am Dienstagabend in der Zeche Bochum.

BOCHUM

, 14.06.2017 / Lesedauer: 2 min
Dinosaur Jr.  bringen den Grunge in die Zeche

J Mascis und seine Band Dinosaur Jr. sorgen mit ihrem Noise- und Grunge-Rock auch über 30 Jahre nach ihrer Gründung noch für ausverkaufte Hallen.

J Mascis ist der personifizierte Fels in der Brandung. Ein Zen-Meister des Grunge- oder Noise-Rock. Äußerlich ungerührt steht der Gitarrist und Sänger der Band Dinosaur Jr. in der Zeche Bochum mit langen weißen Haaren und grauem Bart vor drei mannshohen Türmen aus Marshall-Verstärkern, lässt Verzerrer und Feedbacks für sich sprechen.

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Dinosaur Jr. in der Zeche Bochum

Die Grunge-Pioniere gaben am Dienstag, 13. Juni, ein furioses Konzert in der ausverkauften Zeche Bochum.
14.06.2017
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J Mascis und seine Band Dinosaur Jr. sorgen mit ihrem Noise- und Grunge-Rock auch über 30 Jahre nach ihrer Gründung noch für ausverkaufte Hallen.© Foto: Max Florian Kühlem
J Mascis und seine Band Dinosaur Jr. sorgen mit ihrem Noise- und Grunge-Rock auch über 30 Jahre nach ihrer Gründung noch für ausverkaufte Hallen.© Foto: Max Florian Kühlem
J Mascis und seine Band Dinosaur Jr. sorgen mit ihrem Noise- und Grunge-Rock auch über 30 Jahre nach ihrer Gründung noch für ausverkaufte Hallen.© Foto: Max Florian Kühlem
J Mascis und seine Band Dinosaur Jr. sorgen mit ihrem Noise- und Grunge-Rock auch über 30 Jahre nach ihrer Gründung noch für ausverkaufte Hallen.© Foto: Max Florian Kühlem
J Mascis und seine Band Dinosaur Jr. sorgen mit ihrem Noise- und Grunge-Rock auch über 30 Jahre nach ihrer Gründung noch für ausverkaufte Hallen.© Foto: Max Florian Kühlem
J Mascis und seine Band Dinosaur Jr. sorgen mit ihrem Noise- und Grunge-Rock auch über 30 Jahre nach ihrer Gründung noch für ausverkaufte Hallen.© Foto: Max Florian Kühlem
Schlagworte Bochum

Als Anfang der 1990er-Jahre in der Rockmusik der Begriff Grunge groß und wichtig wurde und von Seattle aus die Welt eroberte, hatten Dinosaur Jr. aus Massachusetts auf der anderen Seite der USA schon eine ganze Weile durchexerziert, was man mit einem schmutzigen, heulenden, alles dominierenden E-Gitarrensound und eingängigen Gesangsmelodien so alles anstellen kann.

Unbändige Energie und Melancholie

Das Trio aus J Mascis, Bassist Lou Barlow und Schlagzeuger „Murph“ vereint die besten Elemente vieler Bands ihres Genres: Die angeraute, leicht kratzige, aber immer freundlich-tröstende Stimme von Pearl Jams Eddie Vedder, die rohe und unbändige Energie von Nirvana, die Melancholie der Stone Temple Pilots oder Soundgarden.

Auf der Bühne bildet Bassist Lou Barlow einen Gegenpol zum Stoiker Mascis: Er hüpft wie ein Flummi umher, schlägt meist mehrere Seiten mit der ganzen Hand und spielt so auch die Rolle einer zweiten Gitarre mit. So entsteht ein voller Sound, der die zum Bersten gefüllte Halle der Zeche ganz ausfüllt, vibrieren lässt, das Publikum elektrisiert. Dinosaur Jr. spielen viel Material von ihrem aktuellen Album „Give A Glimpse Of What Yer Not“, mischen immer wieder auch ältere Stücke wie „Thumb“ von 1991.

Zeitloser Sound

Aber eigentlich ist auch egal, was genau sie gerade spielen. Ihr Sound ist ein überzeitliches Kontinuum, hat sich nie Moden unterworfen. J Mascis' E-Gitarrensoli könnte man stundenlang lauschen, sich in ihnen baden, sie auf das Gemüt regnen, sich von ihnen reinwaschen lassen. Ja, ein Konzert von Dinosaur Jr. ist eine Rock’n’Roll-Meditation.