Diskussionsrunde zur Entwicklung der Innenstadt

Bauliche Veränderungen

In der Innenstadt stehen einige bauliche Veränderungen an. Am Donnerstagabend organiserten die Grünen eine Podiumsdiskussion zum Thema. Klar ist für einige schon jetzt: Durch den geplanten Neubau wird es an anderer Stelle Verlierer geben.

MITTE

von Von Isabelle Middeke

, 25.02.2011, 17:07 Uhr / Lesedauer: 2 min
Auswirkungen  werde so viel neue Verkaufsfläche laut Stefan Postert (li.) von der IHK auf jeden Fall haben, auch bei einer offenen Struktur.

Auswirkungen werde so viel neue Verkaufsfläche laut Stefan Postert (li.) von der IHK auf jeden Fall haben, auch bei einer offenen Struktur.

Grundsätzlich ist gegen die Ansiedlung neuer Verkaufsflächen aber nichts einzuwenden, wenn die Stellplätze dafür nicht auf dem Dach des Neubaus entstehen, sondern in einer Tiefgarage, die an das bestehende Garagensystem in Bochum angeschlossen wird. Diesen Punkten stimmte auch bereits der Investor ECE zu, der im Besitz des Telekomareals ist. Strittig bleiben jedoch die Größe des geplanten Centers und die Nutzungsvorgaben. Stadtbaurat Dr. Ernst Kratzsch versicherte den Besuchern im voll besetzten Clubraum des Bildungs- und Veranstaltungszentrums, dass er sich für eine maximale Größe von 20.000 Quadratmetern einsetzen werde. Der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Wolfgang Cordes, sieht die Höchstgrenze schon bei 15.000 Quadratmetern erreicht. „Auch 15.000 Quadratmeter können zu viel sein, wenn es das falsche Konzept ist“, betonte Marc Föhrer vom Büro Stadt + Handel in Dortmund. Entscheidend sei nicht die Größe, die ECE mit 25.000 Quadratmetern veranschlagt, sondern das auf die Innenstadt Bochum ausgerichtete Konzept.

Andor Baltz, Geschäftsführer des gleichnamigen Modehauses, freute sich als Diskussionsgast über das frühe Engagement der Bochumer Politik und meinte: „Es muss zu einer maßvollen Entwicklung kommen.“ Handel allein sei nicht alles. Klar ist für Stefan Postert von der IHK allerdings, dass es bei 20.000 Quadratmetern neuer 1a-Lage an anderer Stelle Verlierer geben wird - möglicherweise im Brückviertel. Über das Sondernutzungsrecht könne die Stadt dennoch langfristig Einfluss nehmen, denn, so Baurat Kratzsch, man müsse sich auf den alten Slogan „Quartier der Spezialisten“ besinnen und wieder mehr Fachgeschäfte in Bochum ansiedeln. Und weniger 1- Euro-Shops.