Disput am Bahnhof Unna-Königsborn

rnGericht reduziert Strafe

Hat der Zugführer zu stark gebremst und wurde dadurch ein Fahrgast verletzt? Der Betroffene war sich dessen sicher und beleidigte den Lokführer. Dafür muss er nun eine Geldstrafe zahlen.

von Sylvia Mönnig

Unna

, 14.08.2018, 16:25 Uhr / Lesedauer: 2 min

In der Bahn legte sich ein Unnaer mit dem Fahrer an, beschimpfte ihn und weigerte sich, auszusteigen. Das hatte nun ein Nachspiel vor dem Amtsgericht. Dort wurden dem 48-Jährigen Hausfriedensbruch und Beleidigung vorgeworfen.

Der Zwischenfall ereignete sich am Mittag des 24. Februar. Im Bereich der Haltestelle Königsborn titulierte der Unnaer den Bahnmitarbeiter unter anderem als Arschloch. Der wollte ihn daraufhin des Zuges verweisen. Doch der 48-Jährige dachte gar nicht daran, der Aufforderung Folge zu leisten. Er wollte mit dem Mann diskutieren. Sein Verhalten hatte Konsequenzen. Wenig später erhielt er einen Strafbefehl und sollte 40 Tagessätze à 40 Euro Geldstrafe bezahlen. Doch diese 1600 Euro Geldstrafe wollte er nicht akzeptieren. Er sah die Sache anders und legte Einspruch ein.

Deshalb wurde der Fall nun verhandelt und der Unnaer offenbarte seine Version der Ereignisse. Demnach sollte der Fahrer an der Haltestelle Königsborn derart scharf gebremst haben, dass der Fahrgast und sein Fahrrad regelrecht umkippten. Dabei, so klagte der 48-Jährige, habe er sich die Hände wegen des Rollsplits, den die Passagiere mit ihren Schuhen in den Zug getragen hätten und der überall auf dem Boden gelegen habe, verletzt. Der Fahrer sei gekommen, habe ihn und das Rad dort liegen gesehen und habe dennoch nichts gesagt. Wenn er ihn in der Situation beschimpft habe, sei das aus Wut geschehen und tue ihm auch leid. Aber keinesfalls habe er sich geweigert, den Zug zu verlassen. „Ich wollte doch eh aussteigen.“

Die Aufzeichnungen der Videoüberwachung ließen ihn seine Einlassung dann jedoch überdenken. Auf dem Film war zu sehen, dass er offenbar einschlief, deshalb fiel und dann nur annahm, der Fahrer habe so stark gebremst. Auch war deutlich zu erkennen, dass er sehr wohl versuchte, mit dem Mann zu diskutieren. Er lenkte ein und gab zu, dass sich das Ganze wohl doch so abgespielt haben dürfte, wie es in der Anklage stand. Nun entschuldigte er sich auch bei dem Fahrer: „Wenn ich Sie beleidigt und ein bisschen genervt habe, dann tut mir das leid.“

Der Einspruch gegen den Strafbefehl wirkte sich aber letztlich dennoch zugunsten des Unnaers aus. Da er in der Zwischenzeit seinen Job verlor, wurde die Höhe des Tagessatzes von 40 auf zehn Euro reduziert. Aus 1600 Euro wurden somit 400 Euro Geldstrafe.