„Doctor Strange“ im Duell der Magier

Neu im Kino

In einer Flut von Comic-Filmen, wo Marvel nun einen ganzen Zyklus ankündigt, soll man sich nicht über Flops ärgern, sondern den Hut ziehen, wenn ein frischer Wind weht. Wie bei "Doctor Strange", wo sich Magie im Marvel-Kosmos breit macht.

25.10.2016, 15:45 Uhr / Lesedauer: 2 min
„Doctor Strange“ im Duell der Magier

Die „Älteste“ (Tilda Swinton, l.) erteilt Doctor Stephen Strange (Benedict Cumberbatch) eine Lektion. – Prompt verlässt dieser seinen Körper.

Im Finale dreht der von Benedict Cumberbatch gespielte Doktor die Zeit zurück. Ein Straßenzug in Hongkong, der eben noch Trümmerwüste war, setzt sich Stein für Stein wieder zusammen. Ein bisschen ist es wie damals, als der Lehrer den Schulfilm rückwärts laufen ließ und wir viel zu lachen hatten.

Amüsant wird es auch, wenn Strange dem Erzbösen aus der "dunklen Dimension" gegenübersteht. Der gottgleiche Titan zerschmettert ihn, der Doc steht lächelnd da und sagt: "Wir können das ewig machen!"

Der Film von Scott Derrickson hat Witz, und das meint nicht den Hauruck-Humor von "Deadpool" oder der "Suicide Squad" aus dem Stall von DC-Comics.

Smart steht ihm gut

Hier regiert ein spitzbübisches Zwinkern, das den Helden auf seinem Weg begleitet. Wir treffen Doctor Strange, als er noch ein gefeierter Chirurg ist, der ungemein lässig und gemein arrogant bei Disko- und Rockmusik operiert.

Die Selbstverliebtheit der Figur erinnert an Cumberbatchs Sherlock Holmes, die Attitüde zwischen smart und dreist steht ihm einfach gut.

Mit dem tollen Hecht ist es vorbei, als Strange im Sportwagen einen Unfall baut, zusammengeflickt wird und seine Hände nicht mehr gebrauchen kann.

Die Medizin ist am Ende, Strange sucht Hilfe in einem "Kloster" in Nepal. Alles esoterischer Mumpitz, sagt der Besserwisser in ihm. "Die Älteste" (Tilda Swinton) belehrt ihn, dass es Dinge zwischen Himmel und Erde gibt, von denen die westliche Ratio keinen Schimmer hat.

Die Welt der Magie

Strange wird Zauberlehrling, taucht ein in die Welt der Magie, studiert Bücher geheimen Wissens.

Erste bescheidene Digitalzaubereien machen imposanten Effekten Platz, als ein abtrünniger Schüler (Mads Mikkelsen) auf den Plan tritt. Der faltet Räume und Häuserschluchten in die Vertikale, wie man das in Christopher Nolans "Inception" gesehen hat.

Ein Duell der Magier, bei dem Strange auf seinen Umhang zählen kann, der ein Eigenleben führt. Wo Körper versagen, kämpfen Astralleiber. Es gibt schöne Trip-Sequenzen, tolle Tricks und für das Trio Cumberbatch, Swinton, Mikkelsen lohnt die Kinokarte sowieso.