Doku über rätselhafte Mordserie

MAINZ Innerhalb von sieben Jahren hat der Killer neun Menschen kaltblütig erschossen. Von Nürnberg über Dortmund bis nach Rostock zieht sich die blutige Spur des Serienmörders, der ausschließlich auf türkisch aussehende Kleinunternehmer Jagd macht.

von ddp

, 30.07.2007, 17:40 Uhr / Lesedauer: 2 min
Doku über rätselhafte Mordserie

Die Bildkombo zeigt acht der insgesamt neun Opfern der rätselhaften, bundesweiten Mordserie.

Er richtet die Männer mit gezielten Kopfschüssen regelrecht hin und verschwindet in Sekundenschnelle wieder – bisher unerkannt. Autorin Sibylle Bassler beschreibt in ihrem Film „Jagd nach dem Phantom“ aus der Reihe „Der Fall“, den das ZDF morgen im 22.45 Uhr ausstrahlt, die schwierige Arbeit der Ermittler und das Leid der Angehörigen. Ermittler und Profiler kommen ebenso zu Wort wie die Familien der Opfer.

Die Autorin, die im Oktober vergangenen Jahres mit ihren Recherchen begonnen hatte, war nach eigenen Worten „unwahrscheinlich beeindruckt“ von der Beharrlichkeit der Ermittler, die trotz scheinbar aussichtsloser Lage jedem Hinweis nachgegangen seien. Erschreckend realistisch sind die Szenen, die der Zuschauer zu sehen bekommt, ernüchternd die Bilanz der eigens für die Untersuchung dieser Fälle gebildeten „Soko Bosporus“: Der Serientäter hinterlässt kaum Spuren.

„Tatsache ist, dass die Ermittler wirklich nichts haben, und der Täter obendrein noch Glück hat“, sagt Bassler. So sei beispielsweise die Video-Überwachungskamera eines Kiosks in Dortmund zwei Tage vor dem tödlichen Überfall auf dessen Betreiber kaputt gegangen. Wäre dies nicht passiert, hätte die Polizei jetzt möglicherweise Bilder des Täters oder der Täter.

Polizei hat keine heiße Spur

Im Laufe der Jahre wurden über 5000 Personen von den Ermittlern überprüft, Tausenden von Hinweisen nachgegangen, zwölf Millionen Telefonate zurückverfolgt – ohne Ergebnis. Es fanden sich keine Berührungspunkte zwischen den Opfern – außer ihrer meist türkischen Herkunft und derselben Tatwaffe. Auch die Zeugenaussagen brachten die Polizei bisher auf keine heiße Spur.

Basslers halbstündige Dokumentation bewegt – vor allem wegen der ergreifenden Schilderungen der Hinterbliebenen. „Es war mir wichtig, die Angehörigen der Opfer zum Sprechen zu bringen“, sagt die Autorin. Die Familien der Getöteten müssen weiter mit der Frage leben, warum ihr Vater oder Ehemann sterben musste. Ob sie darauf jemals eine Antwort bekommen, ist unklar. „Wir rechnen damit, dass der Mörder wieder zuschlägt. Wir wissen nur nicht, wann und wo“, sagt der Leiter der Ermittlungsgruppe „Soko Bosporus“, Wolfgang Geier.