Dombau-Expertin: Wiederaufbau von Notre-Dame wohl erst in Jahrzehnten

Schwer beschädigte Kathedrale

Der Wiederaufbau der Kathedrale Notre-Dame in Paris kann nach Einschätzung von Experten Jahrzehnte dauern. Man nimmt an, dass es allein zehn Jahre dauern werde, bis die Mauern trocken sind.

Köln

29.12.2019, 19:03 Uhr / Lesedauer: 1 min
Baugerüste stehen an der Kathedrale Notre-Dame, deren Dachstuhl im April 2019 von einem Feuer zerstört wurde.

Baugerüste stehen an der Kathedrale Notre-Dame, deren Dachstuhl im April 2019 von einem Feuer zerstört wurde. © dpa

Der Wiederaufbau der bei einem Brand schwer beschädigten Kathedrale Notre-Dame in Paris kann nach Einschätzung der früheren Kölner Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner Jahrzehnte dauern. „Der Schaden ist gewaltig“, sagte die Koordinatorin für deutsche Hilfe beim Wiederaufbau von Notre-Dame am Samstag in einem Interview auf WDR 5.

Nicht nur der Dachstuhl sei abgebrannt, sondern auch das Innere der Kathedrale sei verrußt. Das Gewölbe habe drei gewaltige Löcher, zwei Innenstützen seien in der Statik gefährdet. „Bis die Gesamtsanierung abgeschlossen ist, das wird noch dauern“, sagte Schock-Werner. Es kämen immer noch Steine aus den Gewölben, und tonnenschwere verbrannte Balken lägen auf den Mauern. Bis jetzt dürfe man „weder unter noch auf die Gewölbe“, sagte Schock-Werner. Es sei auch nicht auszuschließen, dass weitere Gewölbeteile einstürzten.

Wasser und Dreck im Mauerwerk

Hinzu kommen nach Angaben der Kunsthistorikerin weitere „Detailprobleme“. So sei die Kathedrale mit dem verschmutzten Wasser aus der Seine zwar effektiv gelöscht worden. „Aber der ganze Dreck aus der Seine sitzt jetzt im Mauerwerk“, sagte sie. Man nehme an, dass es „zehn Jahre dauern“ werde, bis die Mauern trocken seien.

Geld für den Wiederaufbau kein Problem

Geld für den Wiederaufbau sei dank der vielen Spenden kein Problem, sagte Schock-Werner. Sie ging von Kosten in Höhe von etwa 500 Millionen Euro aus. Die Pariser Kathedrale war Mitte April 2019 durch einen Brand stark beschädigt worden.

RND/dpa