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Doppelgastspiel um den Tod und eisige Straßen

Fidena im Prinz-Regent-Theater

Der altägyptische Richter der Toten, Anubis, stand am Wochenede auf der Bühne des Prinz-Regent-Theaters. Die Fidena holte die Puppe nach Bochum. Das war jedoch nicht das einzige Stück, das Puppenspielerin Uta Gebert zu bieten hatte.

BOCHUM

von Von Eva Mühle

, 14.05.2012
Doppelgastspiel um den Tod und eisige Straßen

Uta Gebert spielte "Anubis" und "Limen" im Prinz-Regent-Theater und brachte das Publikum zum Schmunzeln.

Es ist dunkel. Nur ein kleiner Lichtschlitz gibt plötzlich den Blick auf einen weißen Grabstein auf der ansonsten schwarzen Bühne frei – das Puppenspiel „Anubis“ beginnt. Im Rahmen des internationalen Figurentheaters der Nationen (Fidena), das am Donnerstag in Essen gestartet ist, stand am Sonntag das Doppel-Gastspiel der Dresdnerin Uta Gebert auf dem Programm. Gespannt verfolgten die Zuschauer im vollen Theatersaal des Prinz-Regent-Theaters das schaurig-lustige Schauspiel der kleinen Figur. Dass es sich beim amüsanten „Puppen-Protagonisten“ Anubis um den altägyptischen Richter der Toten handelte, der sich nur durch die hinter ihm agierende, in komplett schwarz verkleidete Künstlerin bewegte, wurde dabei aber schnell zur Nebensache.

Die Fidena-Künstlerin bewies eindrucksvoll, dass Puppentheater keinesfalls Kindertheater sein muss. Mit ihrem Theater eröffnete sie eine ganz eigene, faszinierende Welt, die dank stimmiger Licht- und Musikinszenierung auch ohne viele Worte überzeugen konnte. Denn genau darin lag der Reiz der Vorstellung: Obwohl sich alles auf der düsteren Bühne um den Tod drehte, schaffte es Gebert mit den Tanzeinlagen ihrer Puppe sogar, das Publikum zum Schmunzeln zu bringen. Neben dem halbstündigen Stück „Anubis“ präsentierte die freiberufliche Puppenspielerin auch das von Franz Kafkas Prosatext „Vor dem Gesetz“ inspirierte Stück „Limen“, das viel Raum für eigene Interpretation ließ. Im Mittelpunkt des kurzen Schauspiels stand die Begegnung zweier Puppen auf einer eisigen Straße.

Am Schluss war es vor allem die Leichtigkeit, mit der sich die kleinen Figuren auf der Bühne ausgebreitet haben, die überzeugte und alles andere in den Schatten stellte. Mit ihrem Gastspiel gelang es Gebert, aus einer leblosen Puppe einen richtigen Schauspieler zu schaffen, der die Künstlerin selbst zur Nebensache machte.