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Bürgermeister und Bestatter begraben ihren Streit

Klärendes Gespräch

DORSTEN Im Streit um die Erweiterung des Waldfriedhofs hat Bürgermeister Lambert Lütkenhorst mit Bestattern und Friedhofsgärtnern aus der Stadt Frieden geschlossen. Sie wollen nun gemeinsam den "Friedhof der Zukunft" planen.

28.05.2010
Bürgermeister und Bestatter begraben ihren Streit

Der Waldfriedhof in Holsterhausen.

Lütkenhorst war zuvor in scharfen Worten von den Vertretern beider Berufsgruppen angegriffen worden, da sie vermuteten, Verwaltung und Politik würden neue Friedhofsplanungen und –beteiligungen an den lokalen Standesvertretern vorbei mit einem großen, landesweit operierenden Betrieb abschließen wollen.   Tatsächlich hatte die Firma Haus Vogelsang, eine Tochter der Evonik, vor einiger Zeit mit der Stadt Dorsten Kontakt aufgenommen und dem Bürgermeister signalisiert, in unmittelbarer Nähe städtischer Friedhöfe in Dorsten eigene Forstgebiete zu privaten Friedwäldern umzugestalten. In den ersten Gesprächen war dann die Idee erwachsen, Möglichkeiten auszuloten, die sich aus der Umplanung und Neugestaltung bestehender Friedhöfe in Dorsten ergibt.

  „Natürlich denken wir nicht über einen Friedhof der unbegrenzten Möglichkeiten nach“, so Bürgermeister Lambert Lütkenhorst im Gespräch, „aber klar ist auch, dass wir als Stadt mit unseren Friedhöfen etwas tun müssen. In den letzten fünf Jahren haben die städtischen Friedhöfe ein Defizit von ca. 1,2 Millionen Euro eingefahren. Das müsste eigentlich zu einer erkennbaren Erhöhung der Gebühren führen. Wir sind also gezwungen, uns etwas zu überlegen, was dieses Defizit verringert. Darauf drängen auch die Aufsichtsbehörden im Land.“ Relativ schnell zeigte sich, dass sich der Waldfriedhof am Tüshaus Weg für eine konzeptionelle Bestattungs- und exemplarische Freiraumplanung mit einem weiten Feld von Möglichkeiten eignet. Mit der Hinzuziehung einer auf diesem Gebiet erfahrenen Betreibergruppe erwartet Lütkenhorst auch neue, bisher vor Ort noch nicht angedachte Möglichkeiten sowie betriebswirtschaftliche Überlegungen.

In gemeinsamer Runde einigten sich Friedhofsgärtner, Bestatter und Bürgermeister jetzt darauf, bei der Vergabe des Auftrags zusammen mit den Fachleuten von HVG an einem Tisch die Anforderungen zu formulieren, die in Neuplanung und Konzept eines durch ein Waldstück erweiterten Waldfriedhofs ihrerseits notwenig sind. Auch darüber, dass man sich vorstellen könnte, zukünftig in Betreibergemeinschaft neue Formen der Bestattung und Trauer zu gestalten, war man sich einig. Der bereits seit 2008 bestehende interfraktionelle Arbeitskreis "Friedhöfe" soll in Kürze neu aufgestellt werden und sich weiter mit dem Thema befassen.

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