Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Müllsäcke in der Kirche machen auf das Plastik-Problem aufmerksam

Plastik

12.000 Mikroplastik-Teilchen haben Forscher pro Liter Wasser gefunden. In der Arktis! Wie sehr Plastik den Alltag durchdringt und was man dagegen tun kann, war Thema in der Georgskirche.

Schermbeck

, 12.02.2019 / Lesedauer: 3 min
Müllsäcke in der Kirche machen auf das Plastik-Problem aufmerksam

Die „Drachenschorsch“-Mitglieder Kristina Baf-Goral, Annika Friedrich, Dieter Hofmann, Patrick Bönki und Ingo Biallas (v.l.) sorgten am Sonntag für die musikalische Untermalung des Gottesdienstes, in dem das Thema "Plastik teuflisch gut" mit Müllsäcken und Bildern im Altarraum verdeutlicht wurde. © Helmut Scheffler

„Plastik teuflisch gut“ hieß am Sonntagabend das Motto des Gottesdienstes „Um 6 bei Schorsch“. Damit beteiligte sich die Evangelische Kirchengemeinde Schermbeck am „Plastikfreien Sonntag“ im Kirchenkreis Wesel. Auf Schnüren aufgereihte Plastikverpackungen waren an den Säulen der Kirche befestigt. An der Empore und der Kanzel hingen Plakate über die Verschmutzung der Weltmeere.

Im Altarraum bildeten mit Plastikteilen gefüllte Säcke die Kulisse für den Auftritt der Band „Drachenschorsch“. „Wir wollen nicht so viel Müll in unserem Meer haben“, forderten die Froschkinder der Kita in der Kempkesstege auf einem großen Bild, auf dem Fische im Plastikmüll schwammen.

Plastikmüllflut

Zwischen den Liedern, die von den „Drachenschorsch“-Mitgliedern Patrick Bönki, Annika Friedrich, Ingo Biallas, Kristina Baf-Goral und Dieter Hofmann vorgetragen oder der gesamten Gemeinde gesungen wurden, nutzten Gabi Gätzschmann, Ilsetraut Blankenagel und Volker Franken die Pausen, um das Ausmaß der Plastikmüllflut näher zu schildern.

35 Prozent des weltweiten Plastikverbrauchs entsteht durch Verpackungen. Für die Herstellung werden acht Prozent der weltweiten Ölproduktion verwendet. 142 Millionen Tonnen Plastik verschmutzen die Meere. Davon schwimmen nur etwa 30 Prozent an der Oberfläche. Im Durchschnitt findet man an einem 100 Meter langen Ostseestrand 389 Plastikmüllteile. Fische und Vögel verwechseln bunte Plastikteilchen häufig mit Nahrungsmitteln. Wissenschaftler entdeckten bei 93 Prozent aller Eissturmvögel Plastikteile im Magen. Ein Film zeigte eindrucksvoll die Vermüllung der Meere.

35 Kilogramm Plastikverpackungen pro Jahr und Bundesbürger

35 Kilogramm Verpackungs-Plastikmüll entfallen auf jeden Bundesbürger pro Jahr. Trauriger Spitzenwert in Europa. In einem weiteren Film wurde die Abfallindustrie als einer der größten Wirtschaftszweige vorgestellt.

Ein Teil des Gottesdienstes befasste sich mit Möglichkeiten zur Verringerung des Plastikmülls im Meer. Dazu gehört ein EU-Programm zur Erzeugung umweltfreundlichen Plastiks ebenso wie Auffangmaßnahmen an Häfen, ein strenges Vorgehen gegen die Entsorgung des Plastikmülls auf hoher See und der Appell, weniger verpackte Waren zu kaufen.

Kinder beschäftigen sich mit Thema Müll

Dass man gar nicht früh genug anfangen kann, Kinder mit den Problemen der zunehmenden Vermüllung zu konfrontieren, beweist die Kita „Hand in Hand“, deren Erzieher Benjamin Stein am Sonntag das seit fünf Jahren in der Kita bestehende Projekt „Die kleinen Forscher“ vorstellte. Die Kinder beteiligen sich nicht nur regelmäßig am Umwelttag der Gemeinde. Sie besuchten die Müllentsorgungsanlage in Asdonkshof, beteiligten sich an einem Müllsortierungssystem in der Kita und bauten ein Spiel-Haus aus Müllteilen.

Im Jugendheim an der Kempkesstege wird in der Zeit vom 5. bis 12. März eine Ausstellung zum Plastikmüll gezeigt. Details werden im nächsten Gemeindebrief vorgestellt. Dort wird auch auf Aktionen benachbarter Kirchengemeinden verwiesen.

Am 20. September will die Kreissynode Bilanz zur Aktion „Plastik teuflisch gut“ ziehen. Dann will man auch Forderungen an die Politik und Wirtschaft formulieren, wirksame Maßnahmen gegen die Gefahren des Plastikmülls zu ergreifen.

Lesen Sie jetzt