Dortmund bekommt im August eine eigene Schwebebahn

Kunstprojekt im Hafen

Einmal im Leben durch Dortmunds Hafen schweben - ein spektakuläres Kunstprojekt macht diesen Traum ab August möglich. Für die Ruhrtriennale bekommt der Dortmunder Hafen eine violette Schwebebahn. Hinter der Installation steckt ein Künstler-Kollektiv mit einem Faible für aufsehenerregende Aktionen.

DORTMUND

, 21.07.2016, 08:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Bernd Trümpler (l.), Katja Aßmann (Leiterin der Urbanen Künste Ruhr) und Oliver Langbein vor Ort in Dortmund.

Bernd Trümpler (l.), Katja Aßmann (Leiterin der Urbanen Künste Ruhr) und Oliver Langbein vor Ort in Dortmund.

"well,come" heißt das geplante Projekt an der Mathiesstraße 12 im Dortmunder Hafen. Etwas Mut wird man für das Abenteuer aufbringen müssen: 15 Personen steigen jeweils auf die violette Plattform. Kein Angst, die Brüstung der begehbaren Skulptur ist 1,30 Meter hoch!

Strom der Waren und Güter

Ein Kran an einer Laufkatze auf dem Gelände der Firma SAZ Stahlanarbeitungszentrum wird die Plattform in die Höhe ziehen und ein Stück damit fahren. Unter einem Hallendach schwebt sie dann neun Meter über dem Hafenbecken. Die Besucher erleben eine Sound- und Videoinstallation zum globalen Strom der Waren und Güter, die im Hafen umgeschlagen werden. Auch den Strom der Flüchtlinge wird Soundkünstler Florian Kaplick thematisieren.

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Das Kunstprojekt 'Wellcome' im Dortmunder Hafen

Ein Kunst-Spektakel verspricht das Projekt "well,come" im Dortmunder Hafen. Die Künstler und Architekten des Büros "osa - Office for subversive architecture" haben sich eine begehbare Skulptur ausgedacht, mit der man in neun Meter Höhe ein kleines Stück über ein Dortmunder Hafenbecken fahren kann. Das wird vom 13. August bis 24. September 2016 möglich sein.
20.07.2016
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© Foto: Schaper
© Foto: Schaper
© Foto: Oliver Schaper
Unter diesem Hallendach wird das Projekt ab August zu erleben sein.© Foto: Tilman Abegg
Die Computeranimation zeigt die geplante begehbare Skulptur.© Zeichnung: Urbane Künste Ruhr
Bernd Trümpler und Oliver Langbein nehmen Kuratorin Katja Aßmann in die Mitte. Aßmann ist auch Künstlerische Leiterin der Urbanen Künste Ruhr. © Foto: Tilman Abegg
Oliver Langbein (l.) und Bernd Trümpler haben die außergewöhnlichen Kunstfahrten erdacht. © Foto: Tilman Abegg
Das SAZ Stahlanarbeitungszentrum Dortmund ist eigentlich für die Weiterverarbeitung der imposanten Stahlcoils zuständig. © Foto: Tilman Abegg
Aus einem solchen Stahlcoil werden viele unterschiedliche Produkte hergestellt. © Foto: Tilman Abegg
Bei der Firma Stahlbau Osterholt in Castrop-Rauxel-Henrichenburg wird die begehbare Skulptur hergestellt. © Foto: Volker Hartmann/Urbane Künste Ruhr
Carola Kemme leitet das Projekt im Auftrag der Urbanen Künste Ruhr. © Foto: Volker Hartmann/Urbane Künste Ruhr
Der Blick in die Werkstatt zeigt, wie groß die Plattform wird. © Foto: Volker Hartmann/Urbane Künste Ruhr
Alles wird sehr stabil. Schließlich muss die Plattform 15 Personen sicher befördern. © Foto: Volker Hartmann/Urbane Künste Ruhr
Ohne Kran wäre die Anlage nicht zu bewegen. Zum Schluss wird die Plattform fünf Tonnen wiegen. © Foto: Volker Hartmann/Urbane Künste Ruhr
Von der Stange gibt es so eine Plattform nicht. Alles muss Stück für Stück zusammengeschweißt werden. © Foto: Volker Hartmann/Urbane Künste Ruhr
Die Osa-Architekten haben detaillierte Baupläne geliefert. © Foto: Volker Hartmann/Urbane Künste Ruhr
Und die werden sorgfältig durchgesprochen. © Foto: Volker Hartmann/urbane Künste Ruhr
Zwei Beispiele für die Arbeit des Architekturbüros osa: 2010 versperrten die Architekten mit fünf zusätzlichen Säulen den Eingang zur Volksbühne Berlin. et, Täuschend echt wirkten die in den hauseigenen Werkstätten aus Sperrholz, Stahl und Nessel gefertigten Säulen. Die Arbeit hieß ironischerweise "Eintritt frei". © Foto: dpa
Schon 2006 sorgte osa bundesweit für Aufsehen mit dieser Arbeit zum 20. Geburtstag der Kunsthalle Schirn in Frankfurt. Sie setzten der vorhandenen Rotunde Kerzen auf, so dass sie aussah wie eine Geburtstagstorte. © Foto: Norbert Miguletz/Kunsthalle Schirn Frankfurt
Und so sieht die fertige Konstruktion aus. Ab Samstag (13.8.) können Besucher sie nutzen.© Foto: Oliver Schaper
Und so sieht die fertige Konstruktion aus. Ab Samstag (13.8.) können Besucher sie nutzen.© Foto: Oliver Schaper
Hier hängt das gute Stück bereits am Kran.© Foto: Volker Hartmann/Urbane Künste Ruhr
Die Konstruktion ist nun bereit für den Einsatz.© Foto: Volker Hartmann/Urbane Künste Ruhr)

Das Team des "osa - office for subversive architecture" (Büro für subversive Architektur) hat mit seinen Ideen schon in ganz Europa Furore gemacht. Aber nicht jeder weiß, dass ein Dortmunder dazugehört. Oliver Langbein (48) ist Professor für Szenografie an der FH Dortmund. Das Büro Osa hat er in Darmstadt mitbegründet. Für das Dortmunder Projekt zeichnen mit Langbein, Bernd Trümpler und Karsten Huneck drei der acht Mitglieder zuständig. "Wir haben ein Faible für seltsame Orte", sagt Langbein. Das Gebäude des SAZ - hier entladen Schiffe den Stahl zur Weiterverarbeitung - habe sie sofort fasziniert.

Langbein: "Der Ort hat uns gerufen." Die Urbanen Künste Ruhr - das ist die Nachfolgeorganisation der Kulturhauptstadt - werden das Spektakel für die Ruhrtriennale organisieren. Und weil dieses Festival den Bürgern des Ruhrgebietes einmal pro Jahr ein aufwendiges Open-Air-Projekt spendiert, wird alles kostenlos zu erleben sein.

Die Kunstfahrten werden vom 13.8. bis 24.9. immer samstags von 10-20 Uhr und sonntags von 10-18 Uhr möglich sein. Der Eintritt ist frei. Jede Tour dauert 20 Minuten. Reservierungen ab sofort im Internet möglich. Eine Tour pro Stunde bleibt für spontane Besucher frei.  Di/Mi/Fr 16-22 Uhr schwimmt die Plattform vor den Tyde-Studios (Mathiesstr. 16). Dort wird eine kontemplativere Sound-Installation zu hören sein.
 

 

 

 

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