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200 Neonazis feierten in Kleingartenanlage

Drei Festnahmen

DORSTFELD 200 Rechte feierten Samstagabend (9.1.) in Dorstfeld, und was machte der Staatsschutz? "Die Polizei hat erst kurzfristig davon erfahren", erklärt Präsidiums-Sprecher Wolfgang Wieland. Nach der Musikveranstaltung habe es jedoch drei Festnahmen gegeben.

von Von Ulrike Böhm-Heffels

, 12.01.2010 / Lesedauer: 3 min
200 Neonazis feierten in Kleingartenanlage

Wird rund zehnmal im Jahr auch an Fremdnutzer vermietet: Das Vereinsheim der Kleingärtner "Im Wiesengrund".

Der Vorsitzende des Kleingartenvereins „Im Wiesengrund“ am Emscherpfad in Dorstfeld hat das Vereinsheim an Neonazis vermietet. „Unwissentlich“, wie er sagt. Nein, sie hätten keine Kleidung mit Hakenkreuzen auf der Brust angehabt. Er habe nichts geahnt. Man könne den Leuten doch nur vor den Kopf gucken. Vor zwei, drei Monaten sei ein „sehr nettes, höflich auftretendes Pärchen“ da gewesen, habe das Vereinsheim für eine Geburtstagsfeier am 9. Januar gemietet und auch umgehend die geforderte Kaution von 150 Euro hinterlegt. Dann sagt er noch: „Schreiben Sie meinen Namen bloß nicht.“ Der Vorsitzende fürchtet Repressalien durch die Braunen.

Etwa 200 Rechte hätten Samstagabend im Vereinsheim mit vier bekannten Neonazi-Bands gefeiert, berichtet die Antifaschistische Union auf ihrer Internet-Seite. „Bis in die frühen Morgenstunden wurde im Kameradenkreis gefeiert, alte Kontakte gepflegt und neue geknüpft“, heißt es auf der Internetseite der Dortmunder Neonazis. Anwohner wollen gehört haben, wie alle „Sieg Heil!“ brüllten – in Dorstfeld, dem Vorort, der zum Verdruss vieler Bürger dort den Neonazis als Hochburg gilt.

Und was machte der Staatsschutz? „Die Polizei hat erst kurzfristig davon erfahren“, erklärt Präsidiums-Sprecher Wolfgang Wieland. Und: „Der Staatsschutz hat das beobachtet. Es wurden keine Straftaten begangen. Die Feier galt als Musikveranstaltung.“  Aber im Nachgang zum Konzert hätte es in der Nacht zu Sonntag nahe des S-Bahnhofs Dorstfeld noch drei Festnahmen gegeben, so Wieland.

Der Vorsitzende des Kleingartenvereins „Im Wiesengrund“ beteuert, man sei auf die Vermietung des Heims dringend angewiesen. Was die Neonazis, die er nicht als solche erkannt habe, an Miete zahlen mussten, will er nicht sagen. Das Pärchen, von dem der Mann vor einiger Zeit schon mal das Vereinsheim für die eigene Geburtstagsfeier mietete („noch von meinem Vorgänger“, so der Vorsitzende), habe die Schlüssel am Freitag geholt. „Am Sonntag gaben fünf nette Leute die Schlüssel wieder zurück“, sagt der Vorsitzende. „Einer von denen hat noch geholfen zu putzen.“ Kerstin Wiedemann, Sprecherin der Antifaschistischen Union, fordert von der Stadt „eine Handreichung für die Vermieter solcher Lokalitäten“. 

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