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Anwohner-Klage gegen Erweiterung von Rothe-Erde-Werk

DORTMUND Ein Anwohner des Rote-Erde-Werkes in der westlichen Innenstadt hat stellvertretend für die Bürgerinitiative Dortmund-West Klage gegen die Genehmigung zum Ausbau des Industriebetriebes eingereicht.

von Von Oliver Volmerich

, 06.02.2009
Anwohner-Klage gegen Erweiterung von Rothe-Erde-Werk

Deutlich gewachsen ist das Rothe-Erde-Werk an der Tremoniastraße schon jetzt.

„Die Klage richtet sich nicht gegen das Werk, sondern gegen die Genehmigung zum Ausbau“, betont Kläger Rainer Bomke, der selbst Sprecher der Bürgerinitiative ist. Denn eigentlichen hatten sich die Anwohner nahe der Tremoniastraße längst mit dem traditionsreichen Industriebetrieb in ihrer Nachbarschaft arrangiert. Mit dem inzwischen unübersehbaren Ausbau seien die Belastungen aber unerträglich geworden. Vor allem nächtlicher Lärm bei der Verladung der riesigen Stahlcoils und nicht zuletzt der LKW-Verkehr durch die engen Wohnstraßen des Kreuzviertels zerren an den Nerven der Anwohner. Nun soll die Produktion von 90 000 auf 135 000 Tonnen erweitert werden und künftig auch sonntags erlaubt sein. Mit die Einhaltung der statistischen Mittelwerte zur zulässigen Lärmbelastung, auf die Bezirksregierung als Genehmigungsbehörde verweist, wollen sich die Anwohner nicht zufrieden geben. „Die Lebenswirklichkeit ist eine ganz andere“, stellt Bomke fest.

  Dass die Bürgerinitiative nun zum Mittel der Klage greift, ist Ergebnis eines langen Reifeprozesses. Immerhin hat man sich bereitwillig an zwei Konsultationsrunden beteiligt, zu denen Stadtdirektor Ullrich Sierau alle Beteiligten eingeladen hatte. Doch die Ergebnisse waren ernüchternd. Auf die Sorgen und Bedürfnisse der Anwohner werde weiterhin keine Rücksicht genommen, beklagt Bomke. Die Werksleitung verhalte sich „ignorant und arrogant“. Und auch von der Stadtverwaltung fühle man sich allein gelassen.   Angesichts der Erfahrungen will man nicht mehr länger stillhalten, sondern mit Klage und Aktionen auf die eigenen Anliegen aufmerksam machen. Geplant ist u.a. eine nächtliche Mahnwache.   Gesprächsbereit sind die Mitstreiter der Bürgerinitiative aber weiterhin. Bomke: „Wenn man ernsthaft mit uns reden und unsere Anliegen etwa in Sachen Lärmschutz berücksichtigen würde, wäre es sogar möglich, die Klage zurückzuziehen.“ 

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