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Ast auf Autobahn geworfen: Angeklagter kann sich angeblich nicht erinnern

Autobahn 45

Aus Frust soll ein 22-jähriger Asylbewerber aus dem Iran am 1. Juli 2018 einen schweren Ast auf die Autobahn 45 geworfen haben. Zu Beginn des Prozesses am Dienstag schweigt der Angeklagte.

Dortmund, Castrop-Rauxel

, 15.01.2019 / Lesedauer: 3 min
Ast auf Autobahn geworfen: Angeklagter kann sich angeblich nicht erinnern

Der Angeklagte wurde in Handschellen in den Saal geführt. © von Braunschweig

Staatsanwältin Sandra Lücke hat den jungen Mann, der zur Tatzeit in Castrop-Rauxel lebte, unter anderem wegen versuchten Mordes angeklagt. Sie ist davon überzeugt, dass der 22-Jährige den Ast von der Autobahnbrücke an der Rahmer Straße gezielt auf die Fahrbahn warf, als er sah, dass sich ein Auto näherte. "Dabei nahm er den Tod der Fahrerin mindestens billigend in Kauf", sagte Lücke am Dienstag.

Zehn Kilo schwer

Tatsächlich krachte der rund 2,60 Meter Lange und zehn Kilo schwere Ast damals senkrecht auf die Motorhaube des Autos einer 32-jährigen Frau aus Castrop-Rauxel. Der Fahrerin gelang es trotz der totalen Überraschung, das Auto auf dem Seitenstreifen zum Stillstand zu bringen. Laut Anklage erlitt sie einen Schock und leichte Verletzungen durch Glassplitter. Auf die Frage, wie es ihr heute gehe, wollte sich die 32-Jährige zu Prozessbeginn nicht äußern.

Auch der Angeklagte sagte nichts. Das hängt aber vor allem damit zusammen, dass der psychiatrische Sachverständige, der in dem Prozess ein Gutachten zur Schuldfähigkeit erstatten soll, am ersten Verhandlungstag verhindert war. "Mein Mandant wird sagen, was er noch weiß", erklärte Verteidiger Markus Blumenstein. Ob die Vernehmung am zweiten Verhandlungstag jedoch viel zu Tage fördern wird, bleibt abzuwarten. "Er stand zur Tatzeit erheblich unter Alkoholeinfluss", so Blumenstein am Rande des Prozesses.

DNA-Spuren am Ast

Belastet wird der Angeklagte offenbar durch DNA-Spuren, die am Ast gesichert und ihm zugeordnet werden konnten. Der junge Mann ist in der Vergangenheit schon mehrmals nach Straftaten von der Polizei erwischt worden. Nach Angaben seines Verteidigers handelte es sich dabei um Delikte wie Sachbeschädigung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte.

Staatsanwältin Lücke glaubt, dass er den Ast aus Frust darüber warf, dass er kurz zuvor aus einem Bus geworfen worden war. Und offenbar war der 22-Jährige in jener Nacht nicht alleine unterwegs. Mindestens ein Marokkaner und weitere Männer aus dem Iran sollen ihn begleitet haben. Das Gericht versucht derzeit, die Zeugen ausfindig zu machen, um sie für eine Vernehmung laden zu können.

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