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Beim Science Slam ist Wissenschaft sexy

Ausverkauftes Domicil

Ganz versteckt in dunklen Kellern, zwischen surrenden Geräten in Laboren, vergraben in Unmengen Büchern, mit weißem Kittel, Glasbaustein-Brille, zerzaustem Haar und Formeln im Kopf – so sieht das Klischee des Wissenschaftlers aus. Die Realität ist eine andere: Das bewiesen Wissenschaftler Donnerstag beim Science Slam.

DORTMUND

von Von Gianna Grün

, 29.01.2011 / Lesedauer: 2 min
Beim Science Slam ist Wissenschaft sexy

Sexy Wissenschaft beim Science Slam.

„Wissenschaft ist sexy“, findet Slammer Christoph Larssen. „Allerdings nur, wenn man auch das Thema verstanden hat“. Genau darum geht es bei einem Science Slam: Ein Forscher traut sich aus seinem Labor auf die Bühne, um ein wissenschaftliches Forschungsprojekt allgemein verständlich und interessant zu präsentieren. Denn „Wissenschaft fürs Volk“ ist das Prinzip eines Science Slams. Egal ob Physik, Psychologie, Biologie oder Politik – 10 Minuten hat jeder Slammer Zeit, mit allen Hilfsmitteln sein Thema zu erklären und das Publikum zu erobern. Denn das entscheidet am Ende mit Applaus darüber, wer sein Thema am besten präsentiert hat. Während man an der Uni möglichst viele Fachbegriffe, Formeln und Grafiken einbaut, sollte man als Slammer darauf verzichten.

„Wenn man auf Omas Geburtstag erklärt, woran man arbeitet und Oma sich dann aber dringend einen Kaffee holen muss – dann war es zu kompliziert“, sagt Slam-Projektleiter Sven-Daniel Gettys. Der Dortmunder Physiker Moritz Karbach ergänzt: „Wenn die Leute nur noch nicken und zu viel ,ja‘ sagen, dann sind sie ausgestiegen.“ Doch nicht nur in der Wissenschaft, auch beim „Bla, Bla, Bla“ der Politiker steigen viele aus, weiß Politikwissenschaftlerin Melanie Diermann: „Warum sich Politiker kompliziert ausdrücken?“, fragt sie in ihrer Forschungsarbeit. Die Antwort hat sie auch: „Wir Deutschen kommen mit einfachen Wahrheiten nicht klar!“ Politiker seien zu laut, zu leise, zu einfach, zu kompliziert, sie reden zu lang, sie reden zu kurz: „Wir motzen lieber, als konstruktiv zu sein – weshalb sonst sind nur zwei Prozent der Deutschen in einer Partei?“.

Psychologie-Student Sebastian Bartoschek wüsste dazu wahrscheinlich eine passende Verschwörungstheorie, denn damit beschäftigt sich seine Forschungsarbeit: „Elvis ist nicht tot, er ist nach Hause geflogen“, scheint ihm nicht abwegig. Obwohl er mit Alufolien-Hut wie einer aussah, behauptet er: „Ich bin kein Freak“. Freak hin oder her: Er überzeugte das Publikum und gewann den Slam.

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