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Beratungsstelle steht auf Seite der Neonazi-Opfer

Erstmals im Westen

In Dortmund, sagt Hartmut Anders-Hoepgen, in Dortmund zeige sich die Spitze eines Eisbergs der rechten Gewalt. „Menschen werden bedroht und eingeschüchtert“, weiß der Sonderbeauftragte der Stadt. Deshalb gibt es jetzt in Dortmund die erste Beratungsstelle für Neonazi-Opfer außerhalb Ostdeutschlands.

DORTMUND

von Von Gaby Kolle

, 17.11.2011 / Lesedauer: 2 min
Beratungsstelle steht auf Seite der Neonazi-Opfer

Ein Neonazi demonstriert - wie groß ist die Gefahr von Rechts tatsächlich?

Darunter ist eine Mutter, die seit rund drei Jahren in Dortmund von Neonazis bedroht wird. Es fing an, als ihr Sohn, damals 14 Jahre alt, an einer Antifa-Demonstration teilgenommen hatte. Neonazis outeten ihn daraufhin als Antifaschisten, stellten sein Foto mit Adresse ins Internet, bedrohten die Familie, beschmierten wiederholt das Haus, schlugen Fensterscheiben ein und verprügelten den Sohn.Jetzt versucht Back up der Familie zu helfen, nachdem auch der Vermieter sie loswerden wollte. „Wir drängen nicht zu einer Anzeige bei der Polizei, aber wir raten dazu“, berichtet Ulf Märtens, der die Betroffenen als Opferanwalt betreut. Kostenlos.

Märtens: „Wir versuchen, erste Hilfestellung zu geben, der Angst entgegenzuwirken und der Wut.“ Back up ist ganz auf der Seite der Opfer, trifft sich mit ihnen am gewünschten Ort, kommt wenn nötig mit einem Dolmetscher, sensibilisiert mit Einverständnis des Opfers die Nachbarschaft, begleitet zu Polizei, Gericht und anderen Behördengängen.  Die neue Beratungsstelle unterstützt auch Zeugen eines rechten Angriffs und Menschen, die sich in ihrem sozialen Umfeld gegen rechte Bedrohung und Gewalt zusammenschließen wollen. Darüber hinaus recherchiert und dokumentiert Back up in anonymisierter Form Angriffe auf die Opfer und informiert die Öffentlichkeit.  

 Die Anschubfinanzierung kommt von der Stadt und der Landeszentrale für politische Bildung. Ab 2012 wird sie von der Stadt mit 50.000 Euro und dem Land mit 150.000 Euro gefördert und wissenschaftlich begleitet durch das Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung (IKG) der Universität Bielefeld. Die Trägerschaft hat zunächst der paritätische Wohlfahrtsverband übernommen. 

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