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Besucher hinterlassen Müllberge im Westpark

Ärger bei Westparkfest

Der Westpark glich am Freitagmorgen einer Müllkippe. Dosen, Pappteller, Plastiktüten, Verpackungen, selbst Grills lagen zerstreut umher. Nur die allerwenigsten, die hier den Abend zuvor gefeiert hatten, hatten sich die Mühe gemacht, aufzuräumen. Das ärgert nicht nur die Anwohner, sondern auch die Veranstalter des Westparkfests.

DORTMUND

, 06.05.2016
Besucher hinterlassen Müllberge im Westpark

Massenhaft Müll im Westpark.

Tobias Klotz hatte schon geahnt, dass das Thema Müll ein Problem werden könnte an diesem langen Westparkfest-Wochenende. Noch am Montag bei der Pressekonferenz hatte der Vorsitzende der Aktions- und Interessensgemeinschaft (AIG) Westend an alle Besucher appelliert: „Bitte bringt möglichst wenig Müll mit und nehmt möglichst viel wieder mit zurück.“

Denn das Dauerthema Müll ist der Stadt ohnehin ein Dorn im Auge. Bei der Planung des Westparkfests sei es ein großes Hindernis. Der Aufruf von Tobias Klotz dennoch vergebens. Zumindest für den Donnerstag. Dreckig war es am Freitagmorgen vor allem dort, wo das Westparkfest gar nicht offiziell lief: auf den Grillwiesen im hinteren Teil des Parks.

Viele Besucher gehen nicht um 24 Uhr

Für die Reinigung während des Westparkfests haben die AIG Westend und die Stadt eine Abmachung getroffen. Am Freitag haben die Veranstalter den gesamten Park aufgeräumt, dafür hilft die Stadt am Wochenende mit Reinigungsteams. Um 8.30 Uhr hat das Team der AIG Westend am Freitagmorgen begonnen, aufzuräumen, auch die Grillflächen. Um 15.30 Uhr, kurz vor Beginn des zweiten Festtages, waren sie immer noch nicht ganz fertig.

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Wenn die Veranstaltung um 22 Uhr ende, versuche man schon immer so viel wie möglich wegzuräumen, sagt Tobias Klotz. Aber dann ist es dunkel. Und am Donnerstag fiel auch noch das Licht aus. Ein extremer Tag war es zudem, mit wunderschönem Wetter und Feiertag. "Wenn wir um 24 Uhr nach Hause gehen, denken wir meistens trotzdem, dass wir schon einen Menge geschafft haben", sagt Klotz. Nur gehen viele Parkbesucher eben nicht um 24 Uhr. Und lassen ihren Müll liegen, wenn sie dann doch irgendwann den Heimweg antreten. 

"Am Ende machen es sich die Leute selbst kaputt"

Deshalb haben Tobias Klotz und sein Team für dieses Jahr schon mehr Mülltonnen aufgestellt und Mehrwegbecher eingeführt. Der Veranstaltungsbereich selbst sei am Freitagmorgen auch recht ordentlich gewesen, sagt Tobias Klotz. Nur der restliche Bereich nicht.

Das schade dem Fest aber trotzdem. "Wir machen alles, um dieses Fest auf die Beine zu stellen und zu organisieren", sagt Klotz. "Aber am Ende machen es sich die Leute so selbst kaputt."

"Mir fehlt da das Wir-Gefühl"

Martina Kohl wohnt im Klinikviertel, geht gerne mit ihrem Hund im Westpark spazieren. Am Freitagmorgen hat sie das auch gemacht – und beim Anblick der Müllberge nur noch mit dem Kopf geschüttelt. „Wir haben das Glück, so einen schönen Park im Viertel zu haben“, sagt sie. „Dafür sollten sich alle ein Stückchen mehr verantwortlich fühlen. Wir wollen den Westpark doch schließlich alle genießen“. 

Sie können nicht verstehen, dass sich die Leute nicht mal die Mühe machten, den Müll wenigstens neben die Mülltonnen zu stellen, wenn diese voll seien. "Mir fehlt da das Wir-Gefühl", sagt sie.

Müll-Diskussion ploppt jeden Sommer aufs Neue auf

Tobias Klotz verspricht: "Am Montag übergeben wir den Park wieder blitzeblank." Die Müll-Diskussion dürfte damit aber nicht zu Ende sein. Die ploppt jeden Sommer aufs Neue auf. Die Stadt hat deshalb ebenfalls erst kürzlich reagiert und beschlossen, in diesem Sommer ein externes Unternehmen im West- und Tremoniapark einzusetzen, das sich um die Reinigung kümmert.

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