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Besucherschwund im Zoo Dortmund

Außergewöhnliche Aktion geplant

Nach einem Zwischenhoch in den vergangenen drei Jahren gibt es bei den Besucherzahlen im Dortmunder Zoo wieder einen Abwärtstrend. Im ersten Halbjahr sind die Besucher um fast 30.000 (gut 11 Prozent) gegenüber dem Vorjahreszeitraum zurückgegangen. Mit einer außergewöhnlichen Aktion will der Zoo nun entgegenwirken.

BRÜNNINGHAUSEN

, 20.09.2016
Besucherschwund im Zoo Dortmund

Faultier Julius im Tamandua-Haus gehört zu den Publikumslieblingen im Dortmunder Zoo. Damit auch wieder mehr Besucher im Zoo abhängen, soll es eine Preisaktion in der Adventszeit geben.

Im ersten Halbjahr 2016 sind die Besucherzahlen im Dortmunder Zoo um fast 30.000 (gut 11 Prozent) gegenüber dem Vorjahreszeitraum zurückgegangen. Bei den verkauften Tageskarten sind die Zahlen noch schlechter. 120.390 waren es im ersten Halbjahr 2015, jetzt nur noch 98.087 – ein Rückgang um 22.302 Tageskarten (knapp 19 Prozent). Diese Zahlen diskutiert am Dienstag der für die Freizeitbetriebe zuständige Ratsausschuss.

Mit einer außergewöhnlichen Preisaktion will der Zoo in der Adventszeit sinkenden Besucherzahlen entgegenwirken. Nach dem Motto „Zahl so viel du willst/kannst“ sollen die Besucher über die Höhe ihres Eintrittsgeldes selbst entscheiden. Einzelheiten werden in Kürze von der Stadt vorgestellt.

Schlechtes Wetter

Der Besucherschwund wird von der Verwaltung zum Teil auf die ungünstigen Witterungsbedingungen im ersten Halbjahr zurückgeführt – es hat doppelt so viel geregnet wie im Vorjahreszeitraum. Möglicherweise tragen aber auch die Dauerbaustelle im Eingangsbereich, die fehlende Gastronomie und der wegen Personalmangels nicht optimale Pflegezustand des Zoos dazu bei, dass weniger Besucher kommen.

Es könnte noch einen weiteren Grund geben: das abrupte Ende eines bis dahin erfolgreichen Marketingkonzepts. 2013 konnte der Zoo seine Besucherzahlen deutlich steigern, als er infolge seines Strategiepapiers für den Rat ein maßgeschneidertes Marketing-Konzept bekam. Die Dortmunder Werbeagentur Myzoomarketing verpasste dem Zoo ein neues Image mit frischem Logo (Jaguar) und witzigen Plakaten. Zurzeit wird noch der Eingang des Zoos nach diesem Konzept gestaltet. Das zieht sich inzwischen über drei Jahre hin.

Mehreinnahmen an der Tageskasse

Nach zehn Jahren mit rückläufigen Besucherzahlen schnellte schon im ersten Jahr der Umsetzung des Konzepts die Zahl um 20 Prozent nach oben, von 386.000 auf 465.500 Besucher – mit entsprechenden Mehreinnahmen an der Tageskasse. Und das in einem wettermäßig schlechten Jahr, in dem andere Zoos bundesweit ein Besucherminus von im Schnitt vier Prozent verzeichneten. 2014 zählte der Zoo sogar 27 Prozent Besucher mehr als 2012. 

Erst der erste Teil des dreistufigen Konzepts war umgesetzt, als die Stadt das erfolgreiche Engagement nach 2013 nicht fortsetzte. Die Zahlen gingen wieder zurück, auch wenn der Zoo in 2015 noch immer 465.751 Besucher zählte – in etwa der Stand von 2013. Der Vorsitzende der Zoofreunde, Prof. Stefan Dieterle, bedauert sehr, dass das Marketing nicht fortgeführt wurde. In seinen Augen war es sehr erfolgreich: „Für mich ist es bis heute unverständlich, wieso das nicht fortgeführt wurde.“

Zoodirektor äußert sich am Dienstag

Für Joachim Bernstein, der mit seiner Agentur seinerzeit das Marketing-Konzept entworfen hatte, „ist es kein Wunder, wenn die Zahlen rückläufig sind“. Der wesentliche Grund sei „die überaus schäbige Visitenkarte des Eingangsbereichs.“ Die dreijährige Bauzeit sehe für ihn aus „wie Sabotage. Es wurde einfach ein Zaun hingestellt, ohne den Besuchern das zu erklären.“ Die Stadt dürfe den Zoo als Einrichtung nicht einfach links liegen lassen. Angesichts der vielen Konkurrenzveranstaltungen in Dortmund müsse man ihn „in den Köpfen der Menschen lebendig halten“, meint Bernstein.

Zoodirektor Dr. Frank Brandstätter will sich erst am Dienstag im Ausschuss zu den Besucherzahlen, zu weiteren Bauprojekten und der geplanten Preisaktion vom 1. bis 4. Advent äußern. 

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