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Betrug mit Schrott-Immobilien: Hohe Haftstrafen gefordert

Landgericht Dortmund

Eines der aufwändigsten Betrugsverfahren der vergangenen Jahre steht kurz vor der Entscheidung. Ein 43-jähriger Dortmunder Immobilien-Unternehmer und sein Geschäftspartner aus Selm sollen mit gefälschten Dokumenten den Wert von Schrott-Immobilien in die Höhe getrieben haben. Die Staatsanwaltschaft will lange Haftstrafen für die Angeklagten.

DORTMUND

10.11.2015 / Lesedauer: 2 min
Betrug mit Schrott-Immobilien: Hohe Haftstrafen gefordert

Das Landgericht in Dortmund.

Am Dienstag sind vor dem Dortmunder Landgericht die Plädoyers gehalten worden. Nach dem Willen von Staatsanwalt Ralph Steinert drohen einem 43-jährigen Dortmunder Immobilien-Unternehmer und Geschäftsführer der ehemaligen Diskothek "Justin's",  fünf Jahre und sechs Monate Haft. Für seine „rechte Hand“ aus Selm beantragte Steinert vier Jahre und fünf Monate Haft. Ein weiterer mutmaßlicher Komplize kann dagegen noch einmal auf eine Bewährungsstrafe von 21 Monaten hoffen.

Der Angeklagte aus Dortmund, ein 40-jähriger Geschäftsmann, fuhr nicht nur Ferrari und andere Sportwagen, er führte ganz nebenbei noch die ehemalige Diskothek „Justin’s“, die von Clubgängern in ganz Nordrhein-Westfalen überschwänglich gelobt wurde. 

Seit Jahren beschäftigen die komplizierten Immobiliengeschäfte des Trios die Justiz. Im Mittelpunkt stehen mindestens 47 ziemlich heruntergekommene Häuser am Rande der Kamener Innenstadt, die das Unternehmen des Hauptangeklagten aus dem Besitz der Vivacon AG übernommen hatte. In der Folgezeit wurden die Schrott-Immobilien einzeln weiterverkauft, wobei in den Darlehensanträgen bei den finanzierenden Banken regelmäßig falsche Angaben gemacht worden sein sollen.

Falsche Grundrisse und fingierte Mietverträge

Sachverständige hatten ausgerechnet, dass die Häuser zum damaligen Zeitpunkt allenfalls einen Wert von rund 200.000 Euro hatten. Gegenüber den Banken sollen die Angeklagten den Wert jedoch weitaus höher angegeben haben. Zu diesem Zweck wurden unter anderem falsche Grundrisse und fingierte Mietverträge vorgelegt.

Im Prozess vor der 33. Strafkammer hatten die Angeklagten die Vorwürfe zunächst vehement bestritten. Erst kürzlich rangen sie sich doch noch zu Geständnissen durch. „Ohne diese hätten wir mindestens noch ein weiteres Jahr verhandelt“, sagte Staatsanwalt Steinert am Rande des Prozesses. 

Die Urteile sollen bereits am Mittwoch verkündet werden. 

 

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