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Brekau-Prozess: "Nur Traurigkeit vorhanden"

GÜSTROW Tag eins des Prozesses um den Tod des Dortmunder G8-Polizisten Benjamin Brekau. Rechtsanwalt Martin Habig nutzte ihn, um Dampf abzulassen. Der Dortmunder Jurist verteidigt die wegen fahrlässiger Tötung angeklagte Kollegin Brekaus.

von Von Martin von Braunschweig

, 22.11.2007
Brekau-Prozess: "Nur Traurigkeit vorhanden"

In diesem Gebäude findet der Prozess statt.

 „Natürlich bedauert meine Mandantin das Geschehen“, sagte Habig. „Aber es war ein Unfall, eine Tragödie, ein Unglück, an dem sie nicht die Schuld trägt.“ Die 26-jährige Frau auf der Anklagebank wirkte zierlich, fast zerbrechlich. Es fällt schwer, sie sich vorzustellen, wie sie beim Einsatz gegen G8-Gegner in vorderster Reihe stand.

Dass Benjamin Brekau an jenem 8. Juni auf einem Hotelparkplatz im mecklenburgischen Linstow (Kreis Güstrow) aus dem von ihr gesteuerten Mannschaftswagen stürzte, macht auch sie fertig. „Ich bin bis heute in psychologischer Behandlung“, sagte sie gestern vor dem Amtsgericht Güstrow. „Den Benni“ hat sie sehr gemocht. „Er hat sich mit allen gut verstanden, war immer lustig und fröhlich.“

Zusammen mit Richter Karsten Nitschke ging die Angeklagte dann den Ablauf des Unglücksabends durch. „Wann haben Sie angehalten?“ „Nachdem ich ein Poltern gehört hatte.“ „Was haben Sie draußen gesehen?“ „Benni lag auf der Straße und rührte sich nicht.“ „Wie sah er aus?“ „Schlecht. Er blutete.“ „Was haben Sie gedacht.“ „Ich habe gedacht ich bin im falschen Film, das kann doch gar nicht sein.“ „Haben Sie geweint?“ „Ja, viel.“ „Konnten Sie in der Nacht schlafen?“ „Erst nachdem ich mir Tabletten eingeworfen hatte, dann ging es.“

    Ob die 26-Jährige in den Augen von Richter Nitschke mitschuldig ist am Tod von Benjamin Brekau soll sich frühestens in der kommenden Woche entscheiden. „Es war aber nicht das erste Mal, dass wir mit offener Tür und unangeschnallt gefahren sind“, bestätigten mehrere Polizisten als Zeugen.

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