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Bulgarin (15) eingesperrt, geschlagen und ausgebeutet

Zuhälter-Anklage

Vor dem Dortmunder Landgericht hat am Montag ein Prozess gegen ein mutmaßliches Menschenhändler-Trio begonnen. Die Männer sollen unter anderem ein erst 15 Jahre altes Mädchen zur Prostitution gezwungen, geschlagen und ausgebeutet haben. Eine Sache macht den Prozess durchaus kompliziert.

DORTMUND

14.08.2017 / Lesedauer: 2 min
Bulgarin (15) eingesperrt, geschlagen und ausgebeutet

Das Landgericht Dortmund.

Es geht um gefälschte Pässe, abgeschlossene Türen und ganz viel Angst. Die Vorwürfe gehen zurück bis in das Jahr 2009. Laut Anklage soll das damals minderjährige Mädchen direkt nach der Einreise aus Bulgarien in die Fänge des Hauptangeklagten geraten sein.

Dortmunder und Hammer Straßenstrich

Der 40-Jährige soll dem Mädchen den Ausweis weggenommen und ihr zur Verschleierung des Alters einen gefälschten Pass besorgt haben. Anschließend musste die 15-Jährige laut Anklage mehrere Jahre lang für den Angeklagten auf dem Dortmunder und Hammer Straßenstrich anschaffen, wurde geschlagen und teilweise über zehn Tage lang in eine Wohnung eingesperrt.

Angeklagt sind neben dem 40-Jährigen noch ein weiterer Mann (24) und eine 30-jährige Frau. Auch sie sollen tief in Menschenhandel und Zuhälterei verstrickt gewesen sein. Insgesamt ist in der Anklage von weiteren vier Frauen aus Bulgarien die Rede, die ein ganz ähnliches Schicksal wie die anfangs 15-Jährige durchgemacht haben sollen. Zum Prozessauftakt hat sich noch keiner der Angeklagten geäußert.

Mandant schweigt 

Ina Klimpke, Verteidigerin des Hauptangeklagten kündigte auch bereits an, dass sich das vorerst nicht ändern werde: "Mein Mandant wird auf meinen Rat hin von seinem Schweigerecht Gebrauch machen." Im Prozess wird es daher vor allem auf die Zeugenvernehmungen der mutmaßlichen Opfer ankommen, die sich teils bereits wieder in Bulgarien befinden. Bislang sind vor der 35. Strafkammer noch neun weitere Verhandlungstage anberaumt.

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