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BVB-Logo auf Grabstein - Kirche strebt Lösung an

Letzter Wunsch

Der erst neunjährige Jens Pascal, der am 15. Mai an einem Hirntumor starb, wollte als letzten Wunsch ein BVB-Logo auf seinem Grabstein haben. Die katholische Kirche strebt nach heißer Diskussion eine Lösung an.

DORTMUND

von Von Alexandra Neuhaus

, 13.11.2012 / Lesedauer: 3 min
BVB-Logo auf Grabstein - Kirche strebt Lösung an

Holztafel statt Grabstein: Vater Andreas Flamme, den unser Fotograf zufällig auf dem Friedhof traf, trauert am Grab seines verstorbenen Sohns Jens Pascal. Den letzten Willen, ein Grabstein mit BVB-Logo, konnte er ihm bislang nicht erfüllen, denn der Entwurf entspricht nicht der Friedhofssatzung.

Die Kirchengemeinde ist bereit, eine einvernehmliche Lösung mit den Angehörigen zu schaffen. "Ein solches Gespräch dazu ist im Laufe des heutigen Tages geplant" bestätigt Michael Bodin, Sprecher der katholischen Gemeindeverwaltung. 

FOTOSTRECKE
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Das ist das Grab von Jens Pascal

Jens Pascals letzter Wunsch wird schwer diskutiert. Er wünschte sich das BVB-Logo auf dem Grabstein.
13.11.2012
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Die Kirche stellte sich gegen den letzten Wunsch.© Foto: Dieter Menne
Jens Pascal war glühender BVB-Fan. Im Advent 2011 bekam er Besuch von Jürgen Klopp. © Nils Foltynowicz
Der Entwurf des Grabsteins steht in der Diskussion.© Foto: Dieter Menne
Auf dem Grabstein soll das BVB-Emblem stehen.© Foto: Dieter Menne
Jens Pascal verstarb im Mai 2012.© Foto: Dieter Menne
Im vergangenen Dezember bekam der inzwischen verstorbene Jens Pascal noch Besuch von BVB-Meistertrainer Jürgen Klopp. © Nils Foltynowicz
Andreas Flamme trauert um seinen Sohn.© Foto: Dieter Menne
Sein letzter Wunsch steht nun in der Diskussion.© Foto: Dieter Menne
Jens Pascal starb an einem Hirntumor.© Foto: Dieter Menne
Der Junge war glühender BVB-Fan und starbt mit nur neun Jahren.© Foto: Dieter Menne

Es war Jens-Pascals letzter Wunsch: Das BVB-Logo sollte auf seinem Grabstein stehen. Am 15. Mai 2012 starb der erst neunjährige Jens Pascal an einem Hirntumor. Seine Eltern wollten ihm diesen letzten Wunsch erfüllen. Doch die katholische Kirche untersagte dies.Es ist ein Sturm der Entrüstung, der derzeit im Internetportal Facebook tobt. Über 40.000 Mitglieder hat die Gruppe „Jens Pascal“ bis gestern Abend – die Zahl steigt im Minutentakt.

 „Wo bleibt die Menschlichkeit“, „die Kirche soll sich schämen“, oder „wenn Jesus das lesen würde, würde er aus der Kirche austreten“ steht hier geschrieben. Empfänger des Unmuts ist die Kirchengemeinde Mariä Heimsuchung in Bodelschwingh. Sie hat den Eltern den Wunsch nach einem Grabstein mit BVB-Emblem und dem Schriftzug „Echte Liebe“ untersagt.  Nicht ohne Grund: Der Grabstein-Entwurf sieht einen schwarzen Granitsockel vor, auf dessen Spitze ein schwarzweißer Fußball mit 22 Zentimeter-Durchmesser platziert ist. Neben dem Namen und den Geburts- und Sterbedaten des Kindes sollte hier das Logo von Borussia Dortmund und der Schriftzug „Echte Liebe“ eingraviert werden. Mehr nicht. Und genau das ist das Problem.„Hier steht allein der Fußball im Mittelpunkt“, sagt Michael Bodin, Sprecher der katholischen Gemeindeverwaltung. Die Verbindung zum christlichen Glauben fehle in diesem Fall völlig.

 Obwohl die Eltern von Jens Pascal keine Kirchenmitglieder sind und auch das Kind selber nicht getauft war, hatte die Gemeinde der Beisetzung auf ihrem Friedhof zugestimmt. „Doch dann gilt die Friedhofssatzung“, sagt Bodin. Und die besagt, dass christliche Symbole Bestandteil der Grabgestaltung sein müssen. „Unser Sohn war großer BVB-Fan“, sagt Mutter Nicole Schmidt. „Deshalb wollen wir das Logo auf jeden Fall auf seinem Grabstein.“

 Und gegen diesen Wunsch stellt sich die Kirche wohl auch nicht, sondern zeigte sich am Montag durchaus gesprächsbereit. „Über einen neuen Entwurf können wir reden“, betont Bodin. Der Spruch „echte Liebe“ sei zwar schwierig, aber damit könne sich die Kirche arrangieren. „Voraussetzung ist aber, dass ein christlicher Bezug deutlich wird“, sagt Bodin.

 Auch der BVB bestätigte, dass in diesem Fall das Logo genutzt werden dürfe, die BVB-Familie wolle sich dem Wunsch des verstorbenen Kindes nicht verschließen. 

Kirche und Fußball
Fußball und Kirche – das passt sonst durchaus. In der Dreifaltigkeitskirche in der Nordstadt gibt eine Dauerausstellung diese Verbindung her. Auf dem Hauptfriedhof findet sich ein Grabstein mit einem Fußball. All’ das sei kein Problem, solange sich der Fußball mit dem Glauben verbinden lasse, sagt Kirchensprecher Bodin.

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