Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Container retten die Bilanz

Dortmunder Hafen

DORTMUND Auch der Dortmunder Hafen ist nicht von der Wirtschaftskrise verschont geblieben. Um 18,4 Prozent auf 2,4 Mio. Tonnen sank der Güterumschlag im Jahr 2009.

von Von Oliver Volmerich

, 18.02.2010 / Lesedauer: 3 min
Container retten die Bilanz

Nicht nur der Winter machte dem Dortmunder Hafen zu schaffen.

Bei einzelnen Gütern gab es teilweise sogar drastische Einbrüche, die den Wandel weg von Kohle und Stahl unterstreichen. Bei Eisen und Stahl gab es so ein Minus von 58 Prozent, bei Importkohle um 48 und bei Schrott um 30 Prozent. Der Umschlag von Baustoffen sank um 15 Prozent. Bei Mineralölen liegt man auf Vorjahresniveau.

Gerettet wird die Bilanz durch ein im Branchenvergleich außergewöhnlich gutes Ergebnis beim Containerumschlag – auch wenn hier nur 5 Prozent über das Wasser transportiert werden. Insgesamt wurden am Containerterminal in Tonnen gerechnet zwar 4,7 Prozent weniger umgeschlagen, die Zahl der Ladeeinheiten stieg aber sogar um 7 Prozent.   Auch das ist ein Zeichen für den Strukturwandel: „Billy-Regale sind halt leichter als Bergbauschilde“, merkt Hafen-Vorstand Manfred Kossack mit Blick auf den Großkunden Ikea an.

Für ihn fiel die Gesamtbilanz zufriedenstellend aus. „Wichtig ist, dass kein im Hafen ansässiges Unternehmen trotz Kurzarbeit in die Knie gegangen ist“, stellt er fest. Die Flächenauslastung liegt bei 160 Unternehmen im Hafenbereich weiterhin bei hohen 97 Prozent.   Bei den Hafen-Töchtern hat die Krise aber Spuren hinterlassen. Bei der Dortmunder Eisenbahn (DE) sank die Transportmenge um ein Drittel. Und für die DE Infrastruktur GmbH, die das Gleisnetz betreibt, muss die Hafen AG 1 Mio. Euro zuschießen, um nötige Pensionsrückstellungen bilden zu können. Mit der Folge, dass die Hafen-Mutter Stadtwerke AG bei der Gewinnabführung diesmal leer ausgeht. „Wir schreiben eine schwarze Null“, so Kossack.

Trotz allem geht der Blick optimistisch in die Zukunft. Der „Glückauf-Express“ als Bahnverbindung zwischen den Partner-Häfen Duisburg und Dortmund hat gleich im ersten Jahr mit 6000 Tonnen doppelt so viele Güter transportiert wie erwartet. Für das Container-Geschäft bastelt man weiter an Plänen für ein neues Terminal im Bereich des alten Hafenbahnhofs an der Westfaliastraße. Es soll die bisherigen Kapazitäten mehr als verdoppeln. „Der Antrag beim Eisenbahn-Bundesamt ist gestellt“, vermeldet Kossack.Sorge um PCB-Belastung Die Hafen AG teilt im Übrigen die Sorgen um die erhöhte PCB-Belastung u.a. für die benachbarten Kleingärten in der Nordstadt, deren Ursache im Hafen vermutet wird. Man unterstütze die Suche nach den Verursachern, betont Hafen-Chef Manfred Kossack. Auch den Hafen und die Unternehmen ärgere die Dauer der Ursachenforschung. Kossack: „Der Hafen steht nicht gegen, sondern an der Seite der Kleingärtner.“

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt