Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Der Bau seines Krankenhauses in Ghana geht voran, doch Samuel Okae braucht noch viel Hilfe

350.000 Euro aus eigener Tasche

Dr. Samuel Okae baut in Ghana ein Krankenhaus. Es geht zwar gut voran, doch das Team braucht weiter viel Hilfe. Große Wirkung zeigt der Bau vor Ort jedenfalls schon.

Dortmund

, 22.11.2018
Der Bau seines Krankenhauses in Ghana geht voran, doch Samuel Okae braucht noch viel Hilfe

Dr. Samuel Okae baut ein Krankenhaus in Ghana. Petra Griewel unterstützt ihn und das ganze Team. © Michael Nickel

Die Überraschungen bleiben meist aus. Dr. Samuel Okae wird regelmäßig mit Fotos und Videos von der Baustelle in Ghana versorgt, die er mehrmals im Jahr besucht, und ist somit immer auf dem aktuellen Stand. Zuletzt war er für zwei Wochen da, Mitte Oktober ist er nach Dortmund zurückgekehrt. „Ich bin sehr zufrieden mit der Baustelle. Ich habe viel Zement eingeatmet“, sagt er Anfang November in einem Behandlungsraum im Klinikum an der Beurhausstraße mit einem Lachen.

Zuerst gab ein Häuptling sein Okay für den Bau

Hier arbeitet Okae als Arzt in der Unfallchirurgie und Orthopädie. Das ist sein Beruf. Zur Berufung hat er sich aber den Bau eines Krankenhauses in seiner Heimat Ghana gemacht. Da packt er selbst mit an und wird zum Handwerker.

Der Bau seines Krankenhauses in Ghana geht voran, doch Samuel Okae braucht noch viel Hilfe

Ein Bild aus dem Juli 2018. Schon 2019 sollen - wenn alles glatt läuft - im Erdgeschoss die ersten Patienten behandelt werden. Die Kinderstation ist für das Obergeschoss geplant. Die könne man leichter hochtragen, sagt Dr. Okae. Denn einen klassischen Aufzug wird es in dem Krankenhaus nicht geben. © Hilfe für Krankenhausbau in Ghana e.V.

In einem Vorort der Hauptstadt Accra hat er vor gut einem Jahrzehnt ein Grundstück gekauft, mitten auf einer riesigen Grünfläche. „Der Häuptling“, sagt Okae, „hätte das Grundstück teurer verkaufen können. Aber dort, wo in Ghana ein Krankenhaus steht, gibt es in der Umgebung seltener Stromausfälle.“ Also bekam Okae das Grundstück und der Bau begann 2011. Mittlerweile ist rund um die Baustelle ein ganzes Städtchen entstanden mit Häusern, Straßen und einer Polizeiwache. Das gesamte Projekt finanziert der Arzt aus Spenden und Eigenmitteln. Gut 350.000 Euro hat er aus eigener Tasche investiert.

Beim Warten auf den Pannendienst kam die gute Nachricht

Aber alleine steht er nicht da. Eine seiner wichtigsten Helferinnen ist Petra Griewel. Die hatte vor gut einem Jahr einen Artikel über Samuel Okae gelesen und ihn einfach mal angerufen. Okae selbst wartete beim Anruf gerade mit einem Reifenschaden im Regen auf den ADAC. „Für so einen Tag war das eine super Nachricht“, sagt Okae.

Der Bau seines Krankenhauses in Ghana geht voran, doch Samuel Okae braucht noch viel Hilfe

Dr. Samuel Okae packt auch selbst mit an. © Stephan Schütze

Petra Griewel hat ein Buch bei sich, Zettel sind darin eingeklebt, viele Telefonnummern stehen auf den Seiten. Aus ihrer Zeit im Beruf sind nicht nur unzählige wichtige Kontakte übrig geblieben, sondern auch ein Gedanke: „Wenn man ein gutes Leben hat, gibt es auch das Bedürfnis, etwas zurückzugeben“, sagt sie. Auch ihr Mann fahre umher und sammle Spenden und Material ein. Das alles wird dann in Containern nach Ghana gebracht. „Wir wissen aber oft nicht, wie wir den nächsten Container finanzieren und verschicken können“, sagt sie.

Es gab schon viele Spenden, doch die reichen noch nicht

Der eigens gegründete Verein „Hilfe für Krankenhausbau in Ghana“ sei dankbar für jeden Euro und jede logistische Hilfe. So gibt zum Beispiel das Marienkrankenhaus in Schwerte ein 3,5 Meter langes Notstromaggregat ab. Für den Transport braucht es aber unter anderem einen Kran, einen Lkw, einen 20-Fuß-Container und Menschen, die anpacken.

Der Bau seines Krankenhauses in Ghana geht voran, doch Samuel Okae braucht noch viel Hilfe

So soll das Krankenhaus aussehen, wenn es fertig ist. © Stephan Schütze

Betten, Matratzen, Fenster und Sterilisatoren hat der Verein schon erhalten. Was noch fehlt, sind zum Beispiel 24 Duschtassen und -armaturen, 40 Waschbecken, 60 WCs, Kabel, Wandfarbe und 1300 Quadratmeter Dachziegel. 1500 Quadratmeter Fliesen haben Okae, Griewel und das ganze Team zuletzt noch erhalten. Das Telefonieren und Um-Spenden-Bitten ist keine einfache Aufgabe. „Der Tag müsste eigentlich 36 Stunden haben“, sagt Petra Griewel.

Weil 90 Euro für Sauerstoff fehlen, sterben Kinder

Auf 2700 Quadratmetern soll im Krankenhaus Platz für 100 Betten sein. Läuft alles glatt, soll im kommenden Jahr das Erdgeschoss freigegeben werden. Okae ist mit dem Ziel angetreten, dass in Zukunft kein Kind unter fünf Jahren auf eine medizinische Behandlung verzichten muss, weil das Geld fehlt. Das ist in Ghana nur allzu oft der Fall.

Wir wissen aber oft nicht, wie wir den nächsten Container finanzieren und verschicken können.
Petra Griewel, Hilfe für Krankenhausbau in Ghana e.V.
So berichtet Okae von einem Kind, das gestorben ist, weil seine Eltern die 90 Euro für die Sauerstoff-Versorgung nicht mehr zahlen konnten. Eine Familie in Ghana verdient im Durchschnitt gut 40 Euro im Monat. Viel zu häufig kommt es vor, dass Eltern ihren Kindern bei Bauchschmerzen etwas Paracetemol für 20 Euro kaufen. Die Kinder sterben dann, weil Bauchschmerzen ein Symptom für Malaria sind. Okae hat bei Praktika während seiner Ausbildung zum Arzt in den Krankenhäusern seiner Heimat so viel Schlimmes gesehen, dass er damals auf die Idee gekommen ist, ein Krankenhaus zu bauen.

Bald sollen die Fotos ein fertiges Krankenhaus zeigen

Von der Hilfe, die ihm und seinen Unterstützern bislang entgegengebracht worden ist, ist er berührt. „Ich habe schon so oft Danke gesagt, dass ich mich gar nicht mehr traue, mich noch öfter zu bedanken“, sagt Dr. Samuel Okae. Trotz aller Hilfe braucht sein Verein noch mehr Unterstützung. Damit er schon bald Fotos und Videos aus Ghana aufs Smartphone bekommt, die ein fertiges Krankenhaus zeigen.

Zu den bisherigen Helfern gehören die Firma Linnenbecker, Familie Krämer (Kornbrennerei), die Firma Brand Vital, die Firma Strunk Elektro, die Arztpraxis Dr. Sobottka und Dr. Funke, die Rheumaklinik Sendenhorst, das Marienkrankenhaus Schwerte, der Hellweg-Baumarkt, die Firma Buttgereit sowie viele Einzelspender. Die Liste der Unterstützter ist lang, aber der Verein ist weiter auf Sach- und Finanzspenden angewiesen. Spenden gehen auf das Konto „Hilfe für Krankenhausbau in Ghana e.V.“, IBAN: DE41440400370322221300, BIC: COBADEFFXXX, Commerzbank Weitere Infos und Kontaktmöglichkeiten gibt es bei Dr. Samuel Okae unter Tel. (0173) 5 72 40 00, per Mail an odurookae@gmx.de und online www.krankenhaus-ghana.com
Lesen Sie jetzt