Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Die Kinder vom Borsigplatz

Neue Fotoausstellung

Die Fotografin Gabriele Wirths hat sich von den Kindern des Borsigplatzviertels ihre Lieblingsplätze zeigen lassen. Zurückgekommen ist sie mit Bildern, die einem nahegehen - und Geschichten, die Vorurteile ins Wanken bringen.

DORTMUND

, 12.05.2016
Die Kinder vom Borsigplatz

Die Kinder haben sich gern fotografieren lassen, sagt Wirths. Vielleicht, weil in diesen Fotos keinerlei Inszenierung liegt.

Ja, Gabriele Wirths hatte ihre Handtasche noch, nachdem sie die Nordstadtkinder fotografiert hatte. Alles andere war auch noch da. Die Kinder haben ihr nichts geklaut. Nur etwas gegeben: einen ehrlichen Moment.

Wenn ein Vorurteil ins Wanken gerät, kann man es dann knirschen hören? Und wenn sich ein Vorurteil in Luft auflöst, macht es vielleicht leise „piff“? Wenn das so wäre, hätte Gabriele Wirths diese Geräusche oft gehört: Jedes Mal, wenn sie jemandem erzählt, dass sie Kinder in der Nordstadt - genauer gesagt im Borsigplatzviertel - gebeten hat, sie zu ihren Lieblingsspielplätzen mitzunehmen, und sie dort fotografiert hat.

 

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Neue Fotoausstellung zu den Kindern der Nordstadt

Die Dortmunder Fotografin Gabriele Wirths hat die Kinder der Nordstadt auf den Straßen rund um den Borsigplatz porträtiert. Herausgekommen sind berührende Porträts.
12.05.2016
/
Gabriele Wirths war mit ihrer Kamera auf den Straßen des Borsigplatzviertels unterwegs.© Foto: Gabriele Wirths
Die Kinder haben sich gern fotografieren lassen, sagt Wirths. Vielleicht, weil in diesen Fotos keinerlei Inszenierung liegt.© Foto: Gabriele Wirths
Die Eltern der Kinder empfanden das genauso, sie freuten sich über Wirths Unvoreingenommenheit, erzählt die Fotografin.© Foto: Gabriele Wirths
Wirths bat die Kinder, sie an ihre Lieblingsspielplätze mitzunehmen.© Foto: Gabriele Wirths
Wirths' Bilder sind nun in einer Ausstellung zu sehen.© Foto: Gabriele Wirths
Die Ausstellung trägt den Titel "Kinderspiel".© Foto: Gabriele Wirths
Sie ist noch bis zum 30. Mai in der Galerie 103 an der Oesterholzstraße 103 zu sehen.© Foto: Gabriele Wirths
Insgesamt sind dort 27 Fotos ausgestellt.© Foto: Gabriele Wirths
Es sind Bilder, die einem nahegehen.© Foto: Gabriele Wirths
Schlagworte Nordstadt, Innenstadt

 

„Ach, und da waren auch Romakinder dabei?“ „Ja.“ „Haben die dir nichts geklaut?“ „Nein.“ Knirsch. Wer jetzt in die Galerie 103 an der Oesterholzstraße 103 geht, sieht dort 27 Fotos mit Kindern. Keine kleinen Diebe, keine Schubladengestalten. 

Sondern Menschen, die dem Betrachter so zu Herzen gehen, wie nur Kinder das können. Piff. Die Kinder haben sich gern fotografieren lassen, sagt Wirths. Vielleicht, weil in diesen Fotos keinerlei Inszenierung liegt. Weil die Fotos nur eins bedeuten: Interesse.

Wie finden’s die Eltern?

Die Eltern der Kinder empfanden das genauso, sie freuten sich über Wirths Unvoreingenommenheit, erzählt die Fotografin. Nur bei den Roma-Eltern hatte sie anfangs Bedenken. Wollen die ihre Kinder vielleicht lieber nicht so im Fokus stehen sehen?

Eine Roma-Mutter sei einmal dazwischen gegangen, als Wirths ihre Tochter fotografieren wollte. „Halt, Moment!“, rief die Mutter und eilte zu ihrer Tochter. Sie griff dem Mädchen ins Haar und richtete ihr die langen, mit bunten Bändern verzierten Zöpfe, trat zurück und gab Wirths zu verstehen: „So, jetzt!“ Da hat es dann auch bei Gabriele Wirths geknirscht. Manchmal ist es mit Vorurteilen wie mit der Liebe: Erst, wenn sie verschwinden, merkt man, dass sie da waren. 

Das müssen Sie wissen

  • „Ein Kinderspiel“ heißt die Ausstellung, zu sehen in der Galerie 103 an der Oesterholzstraße 103 bis 30. Mai (Montag).
  • Geöffnet: Mo-Fr 14-18 Uhr.
  • Der Eintritt ist frei.

Jetzt lesen

Jetzt lesen