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Erneut ein Mitarbeiter im OB-Amt vom Dienst freigestellt

DORTMUND Bargeld-Affäre und kein Ende: Am Dienstag ist ein weiterer Mitarbeiter im Amt des Oberbürgermeisters wegen finanzieller Unregelmäßigkeiten vorläufig vom Dienst freigestellt worden. Er soll Gelder zu einer Informationsfahrt des Kulturausschusses nach London nicht ordnungsgemäß abgerechnet haben.

von Von Gaby Kolle

, 21.11.2007
Erneut ein Mitarbeiter im OB-Amt vom Dienst freigestellt

Die Bargeld-Affäre im Rathaus geht weiter. Ein dritter Mitarbeiter im OB-Amt wurde am Dienstag vom Dienst freigestellt.

Manfred Sauer, Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschusses, hatte dem Rechnungsprüfungsamt einen möglichen Anfangsverdacht mitgeteilt. Auslöser war eine seltsam anmutende und bereits zwei Jahre zurückliegende Endabrechnung einer Informationsfahrt. Völlig ohne Verwendungsnachweis sei ihm vor wenigen Wochen ein Umschlag mit 20 € überreicht worden, berichtet Sauer, dem diese Summe "zu rund" vorkam: "Eine Abrechnung beträgt immer 19,17 € oder 20,62 €, aber niemals 20 €."  Das Geld war die Rückzahlung eines Eigenanteils für die Reise.

Der CDU-Ratsherr hat daraufhin die Leiterin des Rechnungsprüfungsamtes, Jutta Seybusch, über den zwei Jahre zurückliegenden Vorfall unterrichtet. Am Dienstag musste der entsprechende Mitarbeiter mit sofortiger Wirkung seinen Schreibtisch räumen. Am Donnerstag wird er vom Personalamt angehört. Vom Ergebnis der Anhörung wird es abhängen, ob Disziplinarmaßnahmen ergriffen oder gar strafrechtliche Schritte unternommen werden.

"Netzwerk des Wegsehens"

  Für CDU-Fraktionschef Frank Hengstenberg ist die jüngste Freistellung ein weiterer Beweis, dass das Rathaus einem "Netzwerk des Wegsehens" gleicht. Es habe sich eine Selbstbedienungsmentalität eingestellt, die auf das alleinige Organisationsverschulden des Oberbürgermeisters zurückzuführen sei. Erneut fordert Hengstenberg den OB auf, seinen Hut zu nehmen.

Bereits im April wurde eine langjährige Mitarbeiterin im OB-Amt wegen Veruntreuung festgenommen und in Kürze angeklagt. Sie hat eingeräumt, rund 400 000 € für ihre Kokain- und Spielsucht bei Seite geschafft zu haben. Nach Recherchen des Rechnungsprüfungsamtes sind aber seit 2004 1,1 Mio. €  im OB-Büro verschwunden. Ein zweiter OB-Mitarbeiter, der inzwischen pensioniert ist, wurde im vergangenen Monat vernommen. Er soll 36.000 € unterschlagen haben.

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