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Ex-Justin's Betreiber soll Kredite ergaunert haben

Schrott-Immobilien

Er fuhr Ferrari und andere Sportwagen, betrieb die Dortmunder Diskothek „Justin’s“ und ließ es sich einfach gut gehen. Die Staatsanwaltschaft glaubt jedoch, dass das süße Leben des 40-jährigen Geschäftsmannes allein auf Lug und Trug aufgebaut war. Am Freitag begann am Landgericht der Prozess.

DORTMUND

28.03.2014 / Lesedauer: 2 min
Ex-Justin's Betreiber soll Kredite ergaunert haben

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Zusammen mit seinen fünf Mitangeklagten soll der Unternehmer einen zweistelligen Millionenschaden angerichtet haben – im Wesentlichen mit dem An- und Verkauf sogenannter Schrott-Immobilien.

Laut Anklage war der Trick ganz einfach: Die Firma des 40-Jährigen erwarb heruntergekommene Wohnungen und Häuser zu einem Spottpreis und frisierte anschließend alle Unterlagen, die mit der Immobilie zu tun hatten. So sollen neue Wertgutachten erstellt, Mietverträge erfunden und Grundrisse neu gezeichnet worden sein. Auf dem Papier war die Immobilie später dann angeblich mehr als das Doppelte wert. Danach, so die Staatsanwaltschaft, suchte sich die Firma einen potenziellen Käufer und stattete auch diesen mit gefälschten Unterlagen aus. Nach den neuen Papieren verdiente der Interessent ausreichend Geld, um sich eine solche Wohnung leisten zu können, und verfügte zumeist auch über das nötige Eigenkapital.

In zahlreichen Fällen sollen diese Tricks ausgereicht haben, um die Banken zur Freigabe von Krediten zu bewegen, die den tatsächlichen Wert der Immobilien weit überstiegen. Mit dem so ergaunerten Geld machten sich die Angeklagten dann, so die Anklage, ein schönes Leben.

Das Verfahren vor der 33. Strafkammer gilt als eines der aufwändigsten der vergangenen Jahre. Schon jetzt sind Verhandlungstage bis Ende des Jahres terminiert. Der Aktenberg, den die Staatsanwaltschaft zusammengetragen hat, soll aus über 50 000 Seiten Papier bestehen. 

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