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Experten rätseln über Halleneinsturz

Phoenix-West

Auch die Experten stehen vor einem Rätsel. Am Montagvormittag nahmen sie die alte Gasgebläse-Halle auf Phoenix-West unter die Lupe - oder das, was nach dem Teileinsturz des Daches am Heiligabend-Morgen von ihr übrig blieb.

HÖRDE

von Von Oliver Volmerich

, 28.12.2010
Experten rätseln über Halleneinsturz

Das Dach stürzte unter den Schneemassen zusammen.

Der erste Eindruck ist erschreckend. Auf einer Länge von knapp 100 Metern ist das Dach der alten Industriehalle komplett eingestürzt und hat Teile der Fassade mitgerissen. Fenster sind zerborsten und sogar Teile des Stahlskeletts verbogen. Dabei war die kritische Grenze für die Schneelast des Schrägdachs noch nicht erreicht, wie Tragwerks-Experte Andreas Lederhose feststellt. Etwa 62 Kilogramm pro Quadratmeter wurden ermittelt. Für Franz Große-Kreul, den Phoenix-West-Entwickler in Diensten von NRW.Urban, war der Weihnachtsfrieden am Heiligabend-Vormittag beendet. „Tief betroffen“, zeigt er sich von den Schäden an der Halle, die ihm besonders am Herzen liegt. Denn sie ist ein Paradebeispiel für Industriekultur und den Strukturwandel auf Phoenix-West. Junge Software-Unternehmen sollen hier ein Zuhause finden. Dafür war die Halle 2006 aufwändig saniert worden. Im gleichen Jahr lud das Land NRW hier zum Empfang für Medienvertreter aus aller Welt zur WM 2006. Alles nur noch schöne Erinnerung beim Blick auf die Trümmer.

Die Zukunft des Stahlskelettbaus ist nun ungewiss. Erst einmal wird eilig ein Bauzaun aufgestellt, um das Gelände zu sichern. Denn es besteht noch immer Einsturzgefahr. Dann geht es darum, die Überreste des Innenlebens zu retten. Eine Event-Firma hat die Halle als Lager genutzt, ein Solarunternehmen einen Teststand zur Entwicklung von Parabolspiegeln eingerichtet. Noch ist unklar, was davon zu retten ist. Das gleiche gilt für die Halle. Der Schaden dürfte in die Millionen gehen. Eine Versicherung gibt es für einen solchen Schadensfall nicht. Mit spitzem Bleistift müssen Experten nun ausrechnen, was teurer ist – Sanierung oder Abriss. Da gibt es metertiefe Fundamente, die weg müssten, stellt Franz Große-Kreul fest. Man spürt: Er hofft auf Erhalt und die Sanierung. „Die denkmalgeschützte Halle ist ein Pfund für die Vermarktung des Phoenix-West-Geländes“, stellt der Projektentwickler fest. Klar ist für ihn nur: „Wir arbeiten da jetzt mit Volldampf dran.“ Die alte Gasgebläsehalle soll keine ewige Baustelle werden.

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