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Freispruch nach Jahren im Gefängnis

Vergewaltigung war erfunden

Freispruch für Thomas Ewers. Nach zwölf Jahren hat das Essener Landgericht am Montag ein Fehlurteil des Dortmunder Landgerichts aufgehoben. Im Sommer 2002 war Ewers wegen Vergewaltigung seiner Ex-Freundin zu sechs Jahren und acht Monaten Haft verurteilt worden. Doch das Verbrechen gab es gar nicht.

DORTMUND/ESSEN

30.06.2014
Freispruch nach Jahren im Gefängnis

Thomas Ewers (links - hier beim Prozessauftakt) wurde von seiner Ex-Freundin zu Unrecht beschuldigt, sie vergewaltigt zu haben. Die Frau wurde jetzt zu einer Haftstrafe verurteilt.

Erst nach Ewers Entlassung gab die Frau zu, dass sie die Vorwürfe frei erfunden hatte. Unmittelbar nach der Urteilsverkündung atmete Thomas Ewers tief durch. Dann schüttelte er seinem Rechtsanwalt Michael von Glahn kräftig die Hand. Seit 2010 hatte er für dieses Wiederaufnahmeverfahren und einen nachträglichen Freispruch gekämpft. Nun war er endlich am Ziel angekommen. „Wir können mit diesem Urteil nur das Recht wiederherstellen, nicht aber die Gerechtigkeit“, sagte der Vorsitzende Richter in der Urteilsbegründung. Und dann sagte er der Jurist zwei weitere beeindruckende Sätze: „Für das, was Sie erlebt haben, fehlen einem die Worte. Wir fühlen mit ihnen.“

In der kurzen Verhandlung hatte die Ex-Freundin von Thomas Ewers zuvor noch einmal bestätigt, die Vergewaltigungsvorwürfe frei erfunden zu haben. Angeblich wurde sie dazu von ihrem damaligen Freund gezwungen, der seinen „Vorgänger“ aus dem Weg haben wollte. Die Zeugin ist kürzlich vom Dortmunder Landgericht wegen Freiheitsberaubung zu drei Jahren und vier Monaten Haft verurteilt worden.

 

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