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Früheres Karstadt-Technik-Haus erhält ein wenig Kosmetik

Leerstehende Immobilie in Dortmund

Von den Gastspielen einiger Restposten-Händler und Ein-Euro-Läden abgesehen, steht das frühere Karstadt-Technik-Haus an der Kampstraße in Dortmund seit Jahren leer. Die Immobilie ist äußerlich heruntergekommen und erhält nun ein wenig Kosmetik. Die Vermarktung scheint aber weiterhin kompliziert zu sein.

DORTMUND

, 08.06.2016
Früheres Karstadt-Technik-Haus erhält ein wenig Kosmetik

Bunte Aufkleber auf den Fenstern sollen das Erscheinungsbild des früheren Karstadt-Technik-Hauses etwas aufwerten.

Bis Ende Januar 2016 befand sich ein Restposten-Händler in dem Gebäude, das bis März 2010 Karstadt genutzt hatte. Seit Februar 2016 steht es komplett leer. Die Vermarktung übernimmt die Atos Asset Management GmbH aus Hamburg. Eigentümerin der Immobilie an der Ecke zur Brückstraße ist ihr zufolge die Gesellschaft Dawnay Day Treveria Five B.V. mit Sitz in Amsterdam.

Früheres Karstadt-Technik-Haus ist ein "Schandfleck" der City

Im November nannte Cityring-Vorsitzender Dirk Rutenhofer die Immobilie einen "Schandfleck" in der City und bat Atos, sich um das Äußere zu kümmern. 

Nun, über ein halbes Jahr später, wurden Folien mit bunten Figuren auf die Schaufenster zur Kampstraße hin aufgeklebt. Auch seien die Fassaden gereinigt worden, sagt Atos-Pressesprecher Hartmut Schultz. Auf der Rückseite, zur Straße "Hohe Luft" hin, ist die Optik noch unverändert: Schmierereien, kaputte Fenster, vermüllte Ecken. Auch an dieser Seite solle das Gebäude aber noch optisch "aufgewertet" werden, sagt Schultz.

Was die Zukunft der Immobilie angeht, gibt es laut Schultz – wie seit Monaten – weiterhin zwei Optionen: die Neuvermietung nach vorheriger baulicher "Revitalisierung" oder den Verkauf. Für beides gebe es Interessenten.

Boecker-Haus soll mit dem früheren Karstadt-Haus vermarktet werden

Allerdings gehört der Eigentümer-Gesellschaft nicht nur das frühere Karstadt-Haus, sondern auch das Nachbarhaus mit dem Modehaus Boecker als Mieter. Beide Gebäudeteile sollen gemeinsam vermarktet werden. 

Bekanntlich hat die Boecker-Mutter, die Steilmann SE, Insolvenz angemeldet.  Für Boecker gibt es laut des Insolvenzverwalters Interessenten , noch steht aber nichts fest. Das wiederum sorgt laut Schultz "aktuell zu Verzögerungen im Prozess" bei der Vermarktung der Immobilien.

Generell sei es aber "nicht ungewöhnlich", dass die Vermarktung einer Immobilie wie dem ehemaligen Karstadt-Technik-Haus mit einer "grundsätzlich neuen Nutzungsplanung" mehrere Jahre dauere.

Kaufpreisvorstellungen sollen zu hoch gewesen sein

Anders sieht es ein Immobilienberater aus der Region, der an der Neuentwicklung vieler Warenhäuser – unter anderem von Karstadt – erfolgreich beteiligt war. Beim Karstadt-Haus an der Kampstraße seien "viele Chancen vertan" worden – vor allem weil die Kaufpreisvorstellungen zu hoch waren. Da das Haus so oft von zig Maklern angeboten wurde, gelte die Adresse bei vielen in der Branche als verbrannt.

Die Eigentumsverhältnisse sind überdies komplex: Bei der niederländischen Gesellschaft handelt es sich nach Kenntnis des Immobilienberaters lediglich um eine Hülle, die aus der Insolvenz des früheren britischen Investmenthauses "Dawnay, Day" übrig geblieben ist. Das Sagen bei der Entwicklung des Karstadt-Hauses habe eine große deutsche Privatbank.

Beim Cityring immerhin bewertet man die nun erfolgte optische Aufwertung als positives Signal: "Ich habe die Hoffnung, dass sich da in den nächsten Monaten etwas tut", sagt der 2. Vorsitzende Axel Schroeder.

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