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Gut Brünninghausen: Retter in Sicht?

DORTMUND Eine Bürgerinitiative zur Rettung des alten Gutes Brünninghausen hat Prof. Dr.-Ing. Walter Neuhaus ins Leben gerufen. Der emeritierte Hochschulprofessor fand in Hartmut Ehringhaus, der vor Jahren die Interessen-Gemeinschaft Brünninghausen gegründet hat, einen Unterstützer. Die beiden müssen sich beeilen: Nach den Sommerferien kreist die Abrissbirne.

von Von Ulrike Böhm-Heffels

, 27.03.2008
Gut Brünninghausen: Retter in Sicht?

Die Beiden wollen das Gut retten und hoffen auf Unterstützer: Prof. Walter Neuhaus ( links) und Hartmut Ehringhaus.

Er sammelt unermüdlich weiter: Prof. Dr.-Ing. Walter Neuhaus, emeritierter Hochschullehrer, will den alten Gutshof Brünninghausen vor der Abrissbirne retten. Dank vieler hundert Unterschriften weiß er sich dabei einer großen Unterstützer-Schar sicher. Der Mann hat eine Vision: Das Gut wiederbeleben, gerade auch die alte Brauerei, für die er sogar schon einen Investor hätte. Schöne Gasträume herrichten und, dank der Nähe zu den Hochöfen-Denkmalen auf Phoenix-West, ein Stück Strukturwandel sichtbar machen vor historischer Kulisse.

19. Jahrhundert

Als er von den Abbruch-Plänen der Stadtverwaltung erfuhr, schrieb Neuhaus sofort an den Oberbürgermeister: „Die Gebäude des ehemaligen Grünflächenamtes, dem früheren Gut Brünninghausen, stellen ein noch sehr gut erhaltenes Ensemble eines aus dem 19. Jahrhundert errichteten Gutes dar. Sowohl das Wohnhaus als auch die Nebengebäude sind klar gegliedert. Es gehört zu den Besonderheiten der Gebäude, dass sie an die sich wandelnden Nutzungen angepasst und nach dem Weltkrieg teilweise wieder aufgebaut und auch ergänzt wurden.“Kriegsgefangene

Der frühere Hochschullehrer sieht in dem Gut ein „hervorragendes Bindeglied zum denkmalgeschützten Rombergpark, dem geplanten Medizinischen Dienstleistungs- und Beherbergungsgewerbe“. Und er erinnert an die schicksalhafte Vergangenheit. Das Gut, das neben dem Torhaus der letzte erhaltene Teil der 1952 abgerissenen Schloss-Ruine der Familie Romberg ist, war während der Kriegszeit um 1943 Lager für belgische Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter.

Belgische Krone

Ihre Schlafmöglichkeiten befanden sich unterhalb des ältesten Guts-Gebäudes, der Brauerei. In einem Sandstein-Rundbogen an der Nordseite des etwa 60 Meter langen Backstein-Baus haben sich die Gefangenen verewigt. Einige Namen sowie die eingeritzte belgische Krone (Foto) sind heute noch gut zu erkennen. Neuhaus findet: „Ein authentisches Mahnmal besonderer Art!“ Seine Vorschläge künftiger Nutzung des gesamten Guts-Geländes reichen von einem Theater auf dem Gut (z. B. im Kuhstall) und Festraum für Bürger über Räume für Kunstproduktionen, VHS-Veranstaltungen, Freilichtmuseum bis hin zu einem Öko-Baumarkt.   Prof. Neuhaus hat eine Bürgerinitiative gegründet: Tel. 75 07 67.

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