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Hausdurchsuchung im rechten Zentrum

Rheinische Straße 135

Die Zeit des Abwartens ist offenbar vorbei: Mit einem Großaufgebot durchsuchte die Polizei am Mittwochabend ab 20.15 Uhr das Haus Rheinische Straße 135. Das von Neonazis bewohnte Haus gilt als Zentrum der Dortmunder Rechten - die hielten im Moment der Durchsuchungsaktion dort einen Kameradschaftsabend ab.

DORTMUND

von Von Peter Bandermann und Tobias Großekemper

, 28.03.2012 / Lesedauer: 2 min
Hausdurchsuchung im rechten Zentrum

Mit mehreren Mannschaftswagen fuhr die Polizei an der Rheinischen Straße vor.

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Razzia im Nazi-Haus an der Rheinischen Straße

Dies ist der wohl ungewöhnlichste Durchsuchungsbeschluss gegen Neonazis: Nach einer nächtlichen Plakataktion hat die Polizei am 28. März das "Nazi-Haus" an der Rheinischen Straße während eines "Kameradschaftsabends" durchsucht und damit die "Politik der 1000 Nadelstiche" fortgeswetzt. Anwesend waren auch Mitglieder der NPD.
28.03.2012
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Beamte der Einsatzhundertschaft vor dem Haus Rheinische Straße 135. Die Stadt hat den darin wohnenden Neonazis längst gekündigt. Am 31. März 2012 müssen sie das Haus verlassen haben.© Foto: Peter Bandermann
Die Einsatzhundertschaft dringt in das Gebäude ein - vorher ist die Rheinische Straße aus Sicherheitsgründen gesperrt worden.© Foto: Peter Bandermann
Die Einsatzkräfte sind zeitgleich vor und hinter dem Haus im Einsatz.© Foto: Peter Bandermann
Polizeieinsatz vor dem Nazihaus an der Rheinischen Straße 135.© Foto: Peter Bandermann
Polizeieinsatz vor dem Nazihaus an der Rheinischen Straße 135.© Foto: Peter Bandermann
So sahen Passanten den Polizeieinsatz. Bereits im November 2010 wurde das Objekt durchsucht.© Foto: Peter Bandermann
Personalienüberprüfung durch die Einsatzhundertschaft.© Foto: Peter Bandermann
Das Haus Rheinische Straße 135: Die Stadt hat die Immobilie vor einem Jahr gekauft. Den dort wohnenden Neonazis ist gekündigt worden. Die Stadt will dort ein Jugendzentrum für das Quartier aufziehen.© Foto: Peter Bandermann
Ein Polizist sichert den Eingangsbereich.© Foto: Peter Bandermann
Polizisten führen einen Neonazi ab.© Foto: Peter Bandermann
Personenüberprüfung in einem Hausflur.© Foto: Peter Bandermann
Die Polizei hatte die Rheinische Straße kurzzeitig gesperrt.© Foto: Peter Bandermann
Fahrzeuge der Einsatzhundertschaft vor dem Haus Rheinische Straße 135, wo sich die "autonomen Nationalisten" und Mitglieder der NPD getroffen hatten.© Foto: Peter Bandermann
© Foto: Peter Bandermann
© Foto: Peter Bandermann
Szene vor dem Haus Rheinische Straße 135.© Foto: Peter Bandermann
Szene vor dem haus Rheinische Straße 135.© Foto: Peter Bandermann
Die "autonomen Nationalisten" hatten einen Rechtsanwalt (rechts) herbeibestellt. Er musste erst einmal draußen warten.© Foto: Peter Bandermann
Die Situation ist "eingefroren", wie die Polizei intern sagt. Sämtliche Personen sind festgesetzt.© Foto: Peter Bandermann
Nach und nach durften Besucher des "Kameradschaftsabends" die Versammlung verlassen.© Foto: Peter Bandermann
Szene vor dem Haus Rheinische Straße 135.© Foto: Peter Bandermann
Einsatzfahrzeuge einer Hundertschaft vor dem HausRheinische Straße 135. Die Stadt will das gebäude zu einem Jugentreff umbauen.© Foto: Peter Bandermann
Die Rheinische Straße war vor derm Haus 135 zeitweise gesperrt.© Foto: Peter Bandermann
Die Polizei überprüfte die Personalien von 53 Besuchern des "Kameradschaftsabends".© Foto: Peter Bandermann
Polizeieinsatz auf der Rheinischen Straße: Die Razzia dauerte bis in die späten Abendstunden.© Foto: Peter Bandermann
© Foto: Peter Bandermann

Um 20.15 Uhr ging am Mittwochabend auf der Rheinischen Straße plötzlich nichts mehr, Polizeikräfte sperrten die Straße ab, eine Einsatzhundertschaft nahm sich das Haus mit der Nummer 135 vor. Das Haus wurde durchsucht, auch die Personalien aller anwesenden rund 50 Personen, unter ihnen ein führendes NPD-Mitglied der Region, der Vorsitzende des NPD-Kreisverbands Unna/Hamm , ,   , wurden überprüft. Auch unter den Anwesenden war Siegfried Borchardt, in früheren Zeiten bekannt als "SS-Siggi" der Borussenfront.

Das Haus steht seit Monaten im Fokus, hier wohnt unter anderem einer der Köpfe der "Autonomen Nationalisten" und betreibt einen Internet-Versand. Noch, denn bis Monatsende soll das Haus, das mittlerweile von der Stadt Dortmund erworben wurde, geräumt sein. Die Stadt will hier ein Jugendzentrum einrichten und hat den bisherigen Mietern wegen Eigenbedarfs gekündigt. Am Samstag wollen die Rechten dagegen demonstrieren und hatten unter anderem im Internet für eine große Teilnahme an der Demonstration geworben. Wahrscheinlich beschäftigten sich die Teilnehmer des Kameradschaftsabends mit der für Samstag geplanten Demonstration, die am Hauptbahnhof stattfinden sollte.

Die Werbung für diese Demo sorgte pikanterweise für den Durchsuchungsbefehl: In der Nacht zu Mittwoch waren Polizeibeamten Rechte aufgefallen, die im großen Stil Aufkleber mit Demonstrationswerbung im Bereich Adlerstraße, Ecke Lange Straße anbrachten. Nachdem die Plakatierer wieder ihrer Wege gingen, klebten sie unbeeindruckt weiter ihre Aufkleber. Aufgrund dieser Aktion erwirkte die Polizei den Durchsuchungsbeschluss für den Mittwoch Abend.

Zeitgleich zu der Aktion an der Dorstfelder Brücke wurden Wohnungen in der Tusneldastraße durchsucht, auch hier wohnen mehrere Mitglieder der "Autonomen Nationalisten". Unter ihnen auch die Täter der der Untersuchung vorangegangenen Plakataktion. Es wurden so genannte Passivwaffen wie Reizgas gefunden und Personalien überprüft. Auch ein Anwalt war vor Ort.

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