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Immer die gleiche gemalte Wolke

Galerie Art-Isotope / Offene Ateliers

Die deutschen Bischöfe haben bei ihm gekauft, die Männermagazine Playboy und Penthouse und Magazine wie Stern, Focus und Zeit: Als Illustrator hat Professor Dieter Ziegenfeuter einen illustren Kundenstamm. Seit einigen Jahren jedoch malt er ausschließlich ein und dasselbe Motiv: Eine große Wolke. Jedes Mal anders. Zu sehen in der Galerie Art-Isotope.

DORTMUND

, 26.05.2016 / Lesedauer: 2 min

Vor vier oder fünf Jahren begann Dieter Ziegenfeuter (69) mit den ersten Wolken-Bildern. Die gefielen ihm nicht, "waren zu werblich, zu farbig", vielleicht zu nah an dem, was er bis dahin beruflich als Illustrator gemacht hatte. Jetzt wollte Ziegenfeuter persönliche Kunst machen. "Die ersten Bilder habe ich alle wieder übermalt."

Schicht um Schicht

Diese Bilder entstehen langsam. Farbschicht für Farbschicht trägt Ziegenfeuter auf. Zwischendurch zieht er mit seinen Visitenkarten die Farbe ab. Mit Visitenkarten, weil die sich als genau passenden Kompromiss zwischen hart genug und flexibel genug erwiesen haben.

Wie einen Spachtel kratzt er mit den Karten über die halb trockene Farbe und erzielt dadurch im besten Fall interessante Strukturen durch mehrere Farbschichten, die den Wolken eine optische Tiefenwirkung verleihen. "Kostbarkeiten, die entstehen, wenn zum Beispiel noch ein bisschen Farbe am Pinsel war."

Jedes Bild ist anders

Jedes Bild, das ist ihm wichtig, muss nicht nur für sich künstlerisch Sinn ergeben, sondern sich auch von den anderen Wolkenbildern unterscheiden. Das Sujet ist immer gleich: Eine einzelne, zentrale Wolke, die fast an die seitlichen Bildränder reicht, über einem niedrigen Horizont. Farben und Technik dagegen variieren stark.

In den dunklen Bildern könne er gut seine Ängste ausleben, sagt Ziegenfeuter. Das Bild heißt dann zum Beispiel "Seelenschatten". In den hellen verarbeitet er positive Gedanken mit Titeln wie "Sommertag" oder "Lucy in the Sky". "Es ist eine Art Meditation. Wenn ich diese Bilder male, stelle ich mir vor, dass sie in einer Kirche hängen."

Die Ausstellung in der Galerie Art Isotope, Kampstraße 80, ist während der Offenen Ateliers am Wochenende (28. und 29. Mai) zu sehen.

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