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IS-Kämpfer Lucas G. aus Dortmund wurde in Syrien gefasst

Terrorismus

Kurdische Kämpfer der YPG vermeldeten am Mittwoch, dass sie in Syrien acht ausländische Dschihadisten gefangen genommen haben. Darunter soll auch auch der Salafist Lucas G. aus Dortmund sein.

Dortmund

, 09.01.2019

Kurdische Kämpfer haben in Syrien nach eigenen Angaben acht ausländische Dschihadisten gefangen genommen, darunter einen Mann aus Dortmund. Bei dem 31-Jährigen, der sich den Kampfnamen Abu Ibrahim al-Almani gegeben habe, soll es sich um Lucas G. handeln. YPG-Sprecher Redur Chelil sagte der Deutschen Presse-Agentur, der Mann sei in Dortmund geboren.

Lucas G. soll im Sommer 2014 in das vom Islamischen Staat beherrschte Territorium in Syrien eingereist sein. Seitdem war über seinen Verbleib nichts mehr bekannt. Der Name Lucas G., der bei deutschen Behörden als Gefährder geführt wird, spielt auch eine Rolle im Prozess gegen den Salafisten Abu Walaa.

Netzwerk soll junge Menschen radikalisiert haben

Dem wird derzeit mit vier weiteren Angeklagten in Celle der Prozess gemacht. Den Männern wird vorgeworfen, ein überregionales salafistisch-dschihadistisches Netzwerk gebildet zu haben. Abu Walaa habe als Nummer eins des IS in Deutschland die zentrale Führungsposition innegehabt. Das Netzwerk soll, so sehen das die Ankläger, unter anderem in Dortmund junge Menschen radikalisiert und sie nach Syrien geschleust haben.

Zu dem Netzwerk soll auch der Dortmunder Boban S. gehört haben, der ebenfalls in Celle vor Gericht steht. In dessen Portemonnaie war nach seiner Festnahme ein Zettel mit der E-Mail-Adresse von Lucas G. gefunden worden. G. soll auch an einem Seminar von Abu Walaa in einer Berliner Moschee teilgenommen haben. Die Generalbundesanwaltschaft war am Mittwoch für eine Stellungnahme nicht mehr zu erreichen.

YPG hält Tausende Menschen gefangen

Wie die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) am Mittwoch auf ihrer Website mitteilten, wurden die mutmaßlichen Mitglieder der Dschihadistenmiliz – darunter Lucas G. – am Sonntag und Montag gefasst. Nach eigenen Angaben hält die YPG knapp tausend ausländische Dschihadisten und 550 Frauen sowie 1.200 Kinder gefangen.

Die Kurden wollen die IS-Kämpfer an ihre Heimatländer übergeben, da sie sich nicht in der Lage sehen, ihnen den Prozess zu machen. Doch haben die Heimatländer bisher zumeist keine Anstalten gemacht, ihre Bürger zurückzuholen. Auch Deutschland hat, soweit bekannt, bislang keine deutschen IS-Kämpfer aus Syrien zurückgeholt.

Mit Material von dpa

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