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Keine gesundheitsschädlichen Lebensmittel

DORTMUND Das Chemische und Lebensmitteluntersuchungsamt der Stadt (CLUA) hat am Montag den Jahresbericht 2006 vorgestellt. Erfreulich: Es gab „keine gesundheitsschädlichen Lebensmittel“. 13,7 Prozent der 2069 untersuchten Lebensmittelproben waren allerdings zu beanstanden.

von Von Ulrike Böhm-Heffels

, 20.11.2007
Keine gesundheitsschädlichen Lebensmittel

Wolfgang Hennig und seine Stellvertreterin Dr. Felicitas Ciper zeigen die (fotografierte) Maus in den Bohnen und ein Backblech mit Gärtuch für Brötchen, "verziert" mit zahllosen Schimmel-Stockflecken.

Voilà: Maus an Bohne, Pizza mit Haar-Belag, Schmelzkäse auf Reißzwecke – was wir hier aufzählen, liest sich wie der Festschmaus aus einem Gruselfilm. Und es geht weiter: Glasscherben in Vollkornbrot, Eierlikör mit Metallplättchen,  Rosinenstuten mit Steinbeilage, Brot, das Fäden zieht (dank unappetitlicher Erreger), dazu Pilze, Nüsse und Puddingteilchen mit Käfern.

Schon scheint es, dass Stadtsprecherin Anke Widow recht behält, wenn sie zum Auftakt der Pressekonferenz meint: „Meistens fällt das Mittagessen danach aus.“ Das CLUA hatte eingeladen (bitte nicht zu verwechseln mit phonetisch ähnlich lautenden Begriffen), um seinen Jahresbericht vorzustellen. Eines schickte Institutsleiter Wolfgang Hennig vorweg: Das Chemische und Lebensmitteluntersuchungsamt der Stadt (CLUA) fand 2006 „keine gesundheitsschädlichen Lebensmittel“. Schließlich wurden weder die Maus in der Bohnenkonserve noch die Reißzwecke im Käse verputzt. Erschrockene Kunden hatten sie vorher dem CLUA eingeschickt.

Schimmelpilzgifte

Für die Gammelfleisch-Funde des letzten Jahres kann Henning allerdings nicht sprechen, denn die landeten in einer anderen Abteilung, auf dem Tisch der Veterinäre. In seinem Institut, das 21 Mitarbeiter beschäftigt, wurden u. a. 2069 Lebensmittelproben aus Dortmund untersucht. 13,7 Prozent waren zu beanstanden. Besonders gefahndet wurde unter mikrobiologischen Aspekten nach Lebensmittelverderbern und Krankheitserregern. 388 Proben untersuchte das CLUA auf Insektizide, Pestizide und Fungizide. In 18 Proben waren die Höchstmengen überschritten. Schimmelpilzgifte fanden sich in erhöhter Zahl bei 13 Proben von Hülsenfrüchten, Getreideprodukten, Brot, Nüssen, Kaffee und Gewürzen.

Gammel-Ausschank

Außerdem: Oft versprechen die Produzenten Vitamine, die sie im Produkt dann aber nicht halten. Überhaupt scheinen Kennzeichnungsmängel zuzunehmen, während die Hygiene in Gaststätten offenbar abnimmt: Fast jede dritte Schankanlage war nicht ordnungsgemäß gereinigt worden.

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