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Landesverkehrsministerium gibt grünes Licht

B1-Tunnel

DORTMUND Der langgehegte Traum vom B1-Tunnel in Dortmund ist einen großen Schritt voran gekommen. Heute wurde der Planfeststellungsbeschluss für das 240-Milionen-Projekt unterzeichnet, teilte das Landesverkehrsministerium mit.

von Von Oliver Volmerich

, 07.01.2008

Zehn Jahre hatte die aktuelle Planung gedauert, die eine fünfköpfige städtische Arbeitsgruppe begonnen hatte. Im Dezember 2002 waren die Planfeststellungsunterlagen fertiggestellt worden. Inzwischen sind sie gründlich geprüft und überarbeitet worden.  

2,2 Kilometer lang soll die Tunnelstrecke zwischen Märkischer Straße und B 236 sein  - und die Gartenstadt-Anwohnern vom Durchgangsverkehr der B1 entlasten.  „Der Tunnel im Zuge der A 40 in Dortmund wird unmittelbar zur Steige rung der Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger beitragen. Ich freue mich, dass mit dem Planfeststellungsbeschluss jetzt die entscheidende Grundlage geschaffen ist,“ sagte Verkehrsminister Oliver Wittke.

Offen ist, wann mit dem Bau begonnen werden kann. Wittke hatte zuletzt auf einen schnellen Start für die ersten Arbeiten gedrängt. Beim Landesbetrieb Straßenbau geht man von einem offiziellen Baubeginn im Jahre 2009 und einer Bauzeit von rund 5 Jahren aus. Bis zum Baustart muss die endgültige Finanzierung sichergestellt sein. Der B1-Tunnel ist immerhin schon in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans und das aktuelle Investitionsprogramm des Bundes für die Zeit bis 2010 aufgenommen worden.

Verzögert werden könnte der Baubeginn aber auch noch durch drohende Klagen. Im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens hatten mehr als 150 Anlieger Bedenken gegen die Planungen vorgebracht. Die richten sich nicht grundsätzlich gegen die Tunnelpläne, sondern in der Regel gegen Planungsdetails. So wehrt sich eine Anwohner-Initiiative gegen die geplante Ausfahrt des Tunnels an der Semerteichstraße in unmittelbarer Nähe eines Neubaugebietes.

Die umstrittene Ausfahrt ist weiterhin Bestandteil der Planungen und des aktuellen Planfeststellungsbeschlusses. Auch das Thema Abluftfilter zur Reinigung der ausströmenden Autoabgase dürfte nicht zur Zufriedenheit der Anwohner gelöst sein. Denn hier sieht der Planfeststellungsbeschluss nur einen "Vorbehalt" vor. Demnach sollen die Abgase nach Bau des Tunnels zunächst gemessen werden, bevor dann über den nachträglichen Einbau von Filtern entschieden wird.

Für Regierungspräsident Helmut Diegel ist das bei aller Freude über den Planfeststellungsbeschluss Anlass für eine mahnende Anmerkung. Es sei unverzichtbar, so Diegel, ein kritisches Auge auf mögliche Schadstoffbelastungen im Bereich der Tunnelportale zu werfen. In der anstehenden Ausführungsplanung des Tunnels müsse deshalb sicher gestellt werden, die Tunnelportale mit einer Filteranlage ausstatten zu können, die das technisch Machbare und umweltpolitisch Unverzichtbare gewährleiste. Diegel: "Es macht umwelt- und finanzpolitisch keinen Sinn, erst nachträglich Geld für eine aufwändige Nachrüstung des Tunnels auszugeben." Vorausschauende Planung sei das Gebot des Augenblicks.

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