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Leerstandsmelder startet in Dortmund

Internet-Seite

Gähnende Leere in den Schaufenstern, die letzten Mieter sind seit Monaten ausgezogen. Seitdem ist das Gebäude an der Hansastraße 101-103 verwaist. Ein Fall für die Leerstandsmelder. Sie sammeln auf einer Internetseite Leerstände in Dortmund.

DORTMUND

von Von Oliver Volmerich

, 15.08.2012
Leerstandsmelder startet in Dortmund

Diese Leerstände wurden bereits gemeldet.

Sinn und Zweck: Die Leerstandsmelder wollen leerstehenden Immobilien in der Stadt auf den Grund gehen. Basis ist ein Portal im Internet, über das Informationen zu leerstehenden Gebäuden und Flächen unkompliziert von allen registrierten Nutzern eingetragen werden können.

„Vorbild ist eine Initiative im Hamburger Gängeviertel“, berichtet Vilim Brezina vom Verein „die Urbanisten“. Der Zusammenschluss vor allem aus Pädagogen, Designern, Künstlern und Raumplanern widmet sich der Gestaltung und Belebung öffentlicher Räume gemeinsam mit Anwohnern und war maßgeblich beteiligt am Projekt „Jugend checkt Leerstand“ im Union-Viertel.In eine ähnliche Richtung geht auch der Leerstands-Melder im Internet, den die Urbanisten gemeinsam mit dem Verein Machbarschaft Borsig11 gestartet haben. Jeder Bürger ist aufgerufen, Leerstände zu melden, die oft negativ das Stadtbild prägen. „Wir wollen damit Transparenz schaffen“, erklärt „Urbanistin“ Kyra Pfeil, die sich auch beruflich mit Leerstandsmanagement beschäftigt.  

 Zugleich dient das Portal als Informations- und Diskussionsplattform. Denn es sollen auch Ideen gesammelt werden, wie die leerstehenden Gebäude belebt werden könnten. „Das Ideal wäre, Angebot und Nachfrage zusammenzubringen“, erläutert Kira Pfeil. Die Urbanisten sehen sich dabei in der Rolle der Moderatoren. „Wichtig ist, dass sich möglichst viele Bürger beteiligen“, betont die studierte Raumplanerin.  Zum Start des Portals haben die Urbanisten selbst 15 Objekte eingetragen – vom seit Jahren leerstehende Dortberghaus an der Katharinenstraße über das verlassene Versorgungsamt an der Rheinischen Straße bis zu den Brachflächen nördlich des U-Turms. Die Objekte selbst wurden vor Ort mit roten Luftballons markiert – entsprechend den roten Punkten auf der Online-Karte. Inzwischen ist der Bestand im Internet-Portal schon auf 30 Objekte angewachsen – darunter das verwaiste Bürohaus an der Hansastraße gleich neben dem Opernhaus.  

 Trotz bester Lage in der Innenstadt ist dessen Zukunft weiter offen. Die Goldmann-Sachs-Bank als Eigentümerin will den Komplex verkaufen und führt dazu Gespräche mit Projektentwicklern (wir berichteten). Bei der Stadt gab es schon Anfragen u.a. für eine Hotelnutzung. Konkrete Anträge gibt es derzeit aber nicht, heißt es aus dem Planungsamt.

Die aktuellen Leerstandsquoten
Die Leerstandsquote bei Wohnungen wird auf unter drei Prozent geschätzt. Das entspricht rund 8000 Wohnungen, wobei die Leerstände sehr unterschiedlich über das Stadtgebiet verteilt sind. An Büroflächen stehen nach Angaben des Vermarkters BNP Paribas Real Estate aktuell rund 6,4 Prozent leer. Das sind rund 183 000 Quadratmeter.

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