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Messerstecher aus der Haft entlassen - Demonstration

Fall "Schmuddel"

Brisante Haft-Entlassung: Der junge Mann, der Ostermontag vor fünf Jahren den Punker Thomas Schulz (genannt Schmuddel) in der U-Bahn-Station Kampstraße erstochen hat, ist wieder auf freiem Fuß. Mittwoch wollen Autonome protestieren.

DORTMUND

von Von Oliver Koch

, 28.09.2010 / Lesedauer: 2 min
Messerstecher aus der Haft entlassen - Demonstration

An der U-Bahn-Haltestelle Kampstraße erinnerten Freunde an den 2005 von Sven K. getöteten Punker Thomas Schulz.

Das Amtsgericht Werl bestätigte die Haftentlassung. Es handelt sich um den 22-jährigen Sven K. Dieser war vor seiner Tat ein „anerkanntes und respektiertes Mitglied“ der rechtsradikalen Szene, so die Urteilsbegründung des Landgerichts aus dem Jahr 2005. Und obwohl Sven K. nur wenige Wochen vor der Tat am Ostermontag wegen eines Angriffs auf einen Punker vom Amtsgericht Dortmund zu Arrest verurteilt worden war, verneinten die Richter am Landgericht einen politischen Hintergrund der Tat.

Das Landgericht verurteilte K. zu sieben Jahren Haft. Ende 2009 stellte K. einen Antrag auf Entlassung. Dem gab das Werler Amtsgericht nun statt. „Ein Gutachter hat K. untersucht. Es ging darum, ob nach einer Entlassung weitere Straftaten zu erwarten sind“, so Amtsgerichtsdirektor Hans-Joachim Berg. K. habe erklärt, dass er als Maurer arbeiten und in Dortmund wohnen wolle. Das Gericht legte eine Bewährungszeit von drei Jahren fest. Während der Haft hatte K. im Internet erklärt, dass er weiter „Kontakte zu aufrechten Kameraden“ wünsche.

In der autonomen Szene sorgte die Entlassung für Aufregung. Das Bündnis „S4“ kündigte an, am Mittwoch in der City demonstrieren zu wollen. „Seine Tat ist nicht vergessen, er ist im Visier“, heißt es dort.

Die Dortmunder Polizei teilte am Dienstag mit, dass das Bündnis inzwischen eine Demonstration zwischen 18 und 22 Uhr angemeldet hat. An der Kampstraße soll eine Auftaktkundgebung stattfinden, danach ein Demonstrationszug. Die Demo soll über die Rheinische Straße nach Dorstfeld führen. Enden soll die Demonstration an der Katharinentreppe.  

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