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Mi(s)tarbeit: Zimmerservice für Kälbchen

Nils (13) und Lukas (15) wemsen die Forke in den verschmutzten Strohhaufen und wuchten den Mist auf die Schubkarre. Das wenige Tage alte Schwarzbunt-Kälbchen schaut in sicherem Abstand zu, während die zwei die Box nebenan reinigen. "Zimmerservice" für das nächste neugeborene Kalb.

09.11.2007

Mi(s)tarbeit: Zimmerservice für Kälbchen

24 Stunden Landwirt / Schueler auf dem Bauerhof / Nils Frielinghaus [Foto: Dieter Menne, RN Datum: 26. Oktober 2007]

Nils Kortmann und Lukas Doppke haben einen Tag als Landwirt gewonnen und arbeiten ihn auf dem Hof von Jungbauer Nils Frielinghaus (30, Foto) in Brechten ab: 85 Milchkühe und 85 Kälber, 100 ha Landwirtschaftsfläche, ein mittelständischer Haupterwerbsbetrieb, den Nils Frielinghaus gemeinsam mit seinen Eltern bewirtschaftet. Nachhaltig.

Der junge Landwirt geht den beiden Nachwuchsknechten zur Hand, fegt die hartnäckige Gülle aus den Ecken der Box. "Dünger für meine Felder", sagt er. Er betreibt Kreislaufwirtschaft im Einklang mit Umwelt und Natur: "Ich baue das Futter selbst an und gebe es meinen Tieren." Auch Rapsschrot. Die Kühe bedanken sich mit Milch und Dünger. Nachhaltig.

Lukas riecht im Melkstall an der Gülle, die aus einer Kuh auf den Boden und dann an seine Jacke spritzt. Er lacht und legt dem Rindvieh von hinten durch die Beine das Melkgeschirr an. Landwirtschaft ist auch Handarbeit. Vor dem Einsatz der Zitzenbecher müssen Nils und Lukas den Euter per Augenschein kontrollieren und dann mit flinken Fingern anmelken.

Und immer heißt es für sie den Boden in der Melkgasse säubern, Kühe hineintreiben - sechs auf jede Seite -, vormelken, melken, Kühe raus treiben. 15 Minuten pro Kuh, 48 Kühe pro Stunde. Mit den helfenden Händen von Nils Frielinghaus. "Der Bauer fährt nicht nur Trecker", belehrt er die beiden.

Lukas hat einen Narren an den Rindern gefressen: "Die finde ich besonders gut." Nils, der in die 8. Klasse der Albert Stein-Realschule in Scharnhorst geht, gefällt alles hier, er will später mal Landwirt werden, "weil es Spaß macht und man den ganzen Tag arbeiten kann. Und das zuhause".

Im großen Boxenlaufstall, in dem sich die Rinder frei bewegen, rubbelt eine Kuh ihr Hinterteil an der Schubberbürste. Eine zweite lässt sich von der automatischen Rundbürste streicheln. "Alles Kuhkomfort für eine höhere Milchproduktion", erklärt Nils Frielinghaus. Glückliche Kühe geben mehr zurück. Gaby Kolle

Mi(s)tarbeit: Zimmerservice für Kälbchen

<p>Auch Stall ausmisten ist Handarbeit.</p>

Mi(s)tarbeit: Zimmerservice für Kälbchen

<p>Lukas Doppke (l.) und Nils Kortmann bei ihrem ersten Versuch, einer Kuh das Melkgeschirr anzulegen. RN-Fotos (4): Menne</p>

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