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"Mittelständler verdienen mehr Anerkennung"

16.11.2007

"Europa hat begriffen, dass seine wirtschaftliche Zukunft vom Erfolg seiner kleinen und mittleren Unternehmen abhängt. Sie können einen entscheidenden Beitrag für mehr Wachstum und mehr Beschäftigung leisten, wenn die Politik für die richtigen Rahmenbedingungen sorgt." Das sagte Günter Verheugen, Vizepräsident der Europäischen Kommission und als EU-Kommissar zuständig für Unternehmen und Industrie, am Donnerstag beim "Treffpunkt Handwerk" der Handwerkskammer (HWK) Dortmund. Auf Einladung von Handwerkspräsident Otto Kentzler nahm Verheugen im HWK-Bildungszentrum Hansemann zur Mittelstandspolitik in Europa Stellung.

Europäische Initiative

Als Beispiel für richtige Rahmenbedingungen nannte Verheugen vor rund 300 Gästen, zu denen die Obermeister aus dem Kammerbezirk Dortmund sowie zahlreiche Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung gehörten, die Abschaffung unnötiger bürokratischer Belastungen, verbesserten Zugang zu Investitionskapital, ein günstigeres steuerliches Umfeld, verstärkte Anstrengungen bei Forschung und Entwicklung sowie die Beseitigung von Zugangssperren zum europäischen Binnenmarkt und zu internationalen Märkten. Er kündigte für nächstes Frühjahr eine groß angelegte Europäische Initiative zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit kleiner und mittlerer Unternehmen an.

Mit Nachdruck verlangte Verheugen mehr gesellschaftliche Unterstützung für unternehmerische Initiative: "Die unternehmerische Verantwortung und Risikobereitschaft mittelständischer Unternehmer muss gesellschaftlich stärker anerkannt werden. Wer bereit ist, ein Unternehmen zu gründen und zu führen und damit Arbeitsplätze zu schaffen, handelt in höchster Weise sozialverantwortlich." In diesem Zusammenhang lobte er besonders das deutsche Handwerk und seine Ausbildungsleistung.

Kentzler hatte bereits in seiner Begrüßung betont, wie wichtig es sei, den Austausch von betrieblicher Praxis und europäischer Politik zu fördern: "Damit Europa-Politik eben nicht die da in Brüssel ist, die fernab vom unternehmerischen Alltag Gesetze beschließt, sondern eine Politik, die es sich ganz konkret zum Ziel setzt, gerade kleinen und mittleren Betrieben die Wege in einen gemeinsamen Binnenmarkt zu ebnen", so der Handwerkspräsident.

Mehrwertsteuer

Darüber hinaus sprach Kentzler die Hoffnung aus, dass die portugiesische EU-Präsidentschaft das Thema "reduzierter Mehrwertsteuersatz" weiter verfolge: "Eine Freigabe des reduzierten Mehrwertsteuersatzes in ganz Europa könnte den Druck auf die Bundesregierung erhöhen, sich dieser Frage zu öffnen. Für unsere konsumnahen Handwerke ist das ein ganz dringendes Anliegen."

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