Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Musik aus den besten Jahren

30.11.2007

Musik aus den besten Jahren

<p>John Scofield. Neubauer</p>

Wenn von einem Musiker behauptet wird, er sei "in den besten Jahren", hat er diese in Wahrheit oft schon hinter sich. Bei John Scofield allerdings stimmt das Etikett ganz ohne wohlwollende Nachsicht. Am Donnerstag eröffnete der US-Jazz-Gitarrist mit seinem Trio, zu dem neben Bass-Legende Steve Swallow und Schlagzeuger Bill Stewart auch noch ein Bläsersatz gehört, das "europhonics"-Festival im domicil.

Bald wird Scofield 56 und füllt nach 30 Jahren Karriere noch mühelos die Säle, ohne dass er vorwiegend mit alten Nummern punkten müsste. Zugegeben, die Fans sind überwiegend in seinem Alter, aber das liegt eher am Jazz als an der Gitarren-Ikone. Scofield hat sich kontinuierlich entwickelt und hat nach erfolgreichen Abstechern in die Funk-und-Fusion- oder in die Neobop-Richtung nun zu einer spannenden Ausgewogenheit gefunden. Und er hat wie sein ebenfalls großer Kollege Bill Frisell die Lust am Song entdeckt.

"Satisfaction" ist der Rausschmeißer auf der aktuellen Platte, und er bleibt ihn auch in Dortmund nicht schuldig. Der Stones-Hit bietet Anlass zu purem, rockig gefärbtem Improvisationsspaß. Oder das Dortmunder Eröffnungsstück: The House of the Rising Sun - amerikanische Folklore mit weißen Wurzeln und schwarzer Blueseinfärbung, bei der der Sound-Tüftler Scofield countryhafte Klänge anschlägt. Auch das erinnert an Frisell. Aber das ist Scofield keineswegs vorzuwerfen. Denn er hat nur ein weiteres Element seines eigenen, unverkennbaren Stils ausgebaut, das schon früher vorhanden war, vor allem in seinen Balladen.

Auch von denen gab es einige zu hören, wohldosiert wie alles in diesem Programm. Es gab ausgiebige Soundtüfteleien, vor allem in den Intros, elaborierte Bop-Improvisationen mit sehr freien Exkursen und bodenständige rockige Nummer. Wie das letzte Stück vor der Zugabe, "The low road", das dieser hervorragenden, unglaublich groovenden Band einen grandiosen Schlussapplaus beschert. Karsten Mark

Lesen Sie jetzt