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Nachbar-Streit um Hilferuf

12.11.2007

"Ich habe diese Hilferufe deutlich vernommen." Der Angeklagte betonte das gestern mehrmals. Als die Polizei jedoch die Tür zur Wohnung des Nachbarn nach dem Notruf des Angeklagten aufbrach, war dort niemand. Laut Zeugenaussage lag der Nachbar nämlich im Krankenhaus. Wegen Missbrauchs von Notrufen musste sich der 46-jährige Dortmunder gestern vor dem Amtsgericht verantworten.

"Junge, ruf den Notarzt. Ich komme ums Leben." So soll der Nachbar am 11. Juli gerufen haben. Im Krankenhaus sei er nicht gewesen, da sei er sich sicher. "Ich habe so gehandelt, wie man handeln muss", so der Angeklagte.

Die Tochter des angeblichen Hilferufers sah das ganz anders. Zwei Wochen habe ihr Vater zu der Zeit wegen einer Darmentzündung im Johanneshospital gelegen. Schon seit Jahren beschimpfe der Angeklagte ihren Vater, sagte sie im Zeugenstand. "Er verfolgt mich auf der Straße", erzählte auch ihr Vater selbst. Er saß im Publikum und beobachtete den Prozess gestern als Zuschauer.

Der 46-Jährige wies die Vorwürfe von sich. "Waren Sie schon mal in psychiatrischer Behandlung?" wollte Richterin Nicole Altemeier vom Angeklagten wissen. Der musste das bejahen. In Aplerbeck sei er gewesen. Zu Unrecht, wie er fand. Damals wie heute - er sei nicht psychisch krank. Da war sich die Richterin nicht so sicher. "Das macht auf mich den Eindruck, dass sie schwerwiegende psychische Probleme haben." Am Ende stellte sie das Verfahren jedoch aus Gründen der Verhältnismäßigkeit ein. Allerdings mit dem Gedanken, den psychiatrischen Dienst der Stadt zu informieren. tina

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