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Nachbarn: Zeugin kann Zschäpe nicht gesehen haben

NSU-Prozess

War Beate Zschäpe vor dem Mord an Mehmet Kubasik in Dortmund oder nicht? Diese Frage wurde am Dienstag vor dem Münchener Oberlandesgericht verhandelt. Die Zeugin Veronika von A. ist sich sicher, Zschäpe gesehen zu haben. Die früheren Nachbarn der Zeugin widersprechen jedoch.

DORTMUND/MÜNCHEN

von Von Tom Sundermann

, 08.10.2013
Nachbarn: Zeugin kann Zschäpe nicht gesehen haben

Das Haus am Brackeler Hellweg in Dortmund - im NSU-Prozessgeht am Dienstag um die Frage, ob die Hauptangeklagte Beate Zschäpe tatsächlich kurz vor einem NSU-Anschlag hier in Dortmund weilte.

Im NSU-Prozess haben die früheren Nachbarn der Dortmunder Zeugin Veronika von A. ausgesagt. A. hatte dem Münchner Oberlandesgericht in der vergangenen Woche berichtet, sie habe Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt in der Woche des Mordes an dem Dortmunder Kioskbesitzer Mehmet Kubasik im April 2006 auf dem Nachbargrundstück in Brackel gesehen.

Auch will sie verdächtige Umbauten in dem Garten beobachtet haben. Damit wäre ihre Aussage ein wichtiger Teil der Indizienkette gewesen: Wäre erwiesen gewesen, dass sich Zschäpe in der Nähe des Tatorts aufgehalten hätte, wäre dadurch der Vorwurf der Mittäterschaft an dem Mord bewiesen gewesen. Ein Mittäter wird genau wie ein Mörder bestraft.

A. könnte sich jedoch getäuscht haben, wie die Aussagen von Thomas und Desiree D. nahelegen. Thomas D. sagte, er habe zu der Zeit einen Teich angelegt, was die Umbauten erklären kann. Zu A.s Angaben sagte er, es könnte sich bei den Menschen in seinem Garten um seinen Schwager, seinen Neffen und seine Frau gehandelt haben. Er bestritt Kontakte zur rechten Szene, Zschäpe, Mundlos und Böhnhardt kannte er nach eigenen Angaben nicht. Zschäpe-Verteidigerin Anja Sturm sagte, es sei nun klar, dass die Aussagen von A. nicht den Tatsachen entsprächen.

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