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Neonazi Sven K. nach brutalem Angriff auf Türken wieder in Haft

Rechtsextremismus

Der wegen Totschlags zu einer siebenjährigen Haftstrafe verurteilte und vorzeitig aus dem Gefängnis entlassene Neonazi Sven K. hat am Samstag mit fünf weiteren Schlägern aus der Skinhead-Front Dorstfeld zwei Türken angegriffen und schwer verletzt. K. konnte von der Polizei festgenommen werden und sitzt wieder in Haft.

DORTMUND

von Von Peter Bandermann

, 28.11.2011 / Lesedauer: 2 min

Samstag, 26. November 2011, 22.30 Uhr in der Nähe der Reinoldikirche: Zwei junge Türken sind mit einer Freundin zu Fuß unterwegs und haben zu einem der Schläger einen kurzen Blickkontakt. Dieser reagiert aggressiv: „Was guckst du, du Bastard“ – und greift einen der beiden Fußgänger sofort an. Als der Freund des Türken dazwischen gehen will, erhält er mit einer Flasche einen Schlag gegen den Hinterkopf und stürzt. „Ich habe nur noch Springerstiefel gesehen“, sagt der junge Mann über das, was in den Sekunden danach auf in zukam: Mehrere Angreifer treten in sein Gesicht und gegen den Kopf. Dabei hörte er diesen Satz: „Scheiß Ausländer.“

Unter den brutalen Gewalttätern: Sven K. (24). 2005 hatte er mit einem Messer in der U-Bahn-Haltestelle Kampstraße den Punker Thomas „Schmuddel“ Schulz erstochen. Dafür verurteilte ihn das Landgericht 2005 zu einer Haftstrafe, aus der er im September 2010 vorzeitig entlassen wurde.

Ein Gutachter hatte festgestellt, dass von dem Neonazi nach der Entlassung aus dem Gefängnis in Werl keine weiteren Straftaten zu erwarten seien. Doch es kam anders. K. soll an dem Nazi-Überfall auf die „Hirsch Q“ am 10. Dezember 2010 beteiligt gewesen sein, was ihm allerdings noch nicht nachgewiesen werden konnte – anders als nach der Tat vom Samstag. Er ist eindeutig identifiziert.

Die 16 und 17 Jahr alten Opfer vom vergangenen Samstag erlitten Kiefer-Prellungen, Verletzungen an der Nase, Platzwunden, Blutergüsse und Gehirnerschütterungen. Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln wegen gefährlicher Körperverletzung mit fremdenfeindlichem Hintergrund. Sven K. muss sich erneut vor Gericht verantworten und bleibt in Haft.

  • Die Polizei sucht weitere Zeugen und bittet um Hinweise unter 0231 / 132 7441.
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