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Neonazis lauerten ihren Opfern auf

Rechtsextremistische Gewalt

Die Kette rechtsextremistischer Gewalt in Dortmund findet kein Ende: In der Nacht zu Sonntag attackierten drei mutmaßliche Neonazis eine 17-jährige Jugendliche und ihren 23-jährige Begleiter. Beide stammen aus Witten. Anderthalb Stunden später griffen mehrere Rechtsextremisten erneut grundlos zwei weitere Männer an. Alexander Wuttke von den Dortmunder Jungsozialisten bewertet dies als "Terror gegen die gesamte Stadt".

DORTMUND

von Von Peter Bandermann

, 17.10.2011 / Lesedauer: 3 min
Neonazis lauerten ihren Opfern auf

Opfer des Angriffs konnten sich in die Gaststätte "Hirsch Q" in der Brückstraße retten.

Wuttke hatte mit dem "Bündnis Dortmund nazifrei" für eine Blockade gegen den Nazi-Aufmarsch am 3. September in der Innenstadt aufgerufen und erkennt in den jüngsten Übergriffen eine seit langem praktizierte Strategie, die Dortmunder einzuschüchtern. Wobei Polizei und Justiz es den rechten Schlägern leicht machen würden. Nur schleppend voran kommende Strafverfahren würden die Rechtsextremisten geradezu herausfordern, weiter ihre Grenzen auszutesten.

Die Tat ereignete sich am 16. Oktober um 1.35 Uhr auf dem Königswall: Die beiden Wittener gingen über den Königswall in Richtung Hauptbahnhof, als ihnen drei Männer entgegen kamen. Diese schlugen nach Angaben der Polizei der 17-Jährigen "unvermittelt" ins Gesicht. Die Jugendliche flüchtete zu einem Hotel in der Nähe des Tatorts, während die drei Schläger den 23-Jährigen verfolgten.

Im Bereich Königswall / Brückstraße konnten die Täter ihr Opfer einholen: Der Wittener erhielt einen Schlag und stürzte zu Boden. Die Täter flüchteten. Beide Opfer erlitten laut Polzieibericht leichte Verletzungen.Gegen 3.05 Uhr überquerten ein 34-jähriger Mann aus Unna und ein 39-Jähriger aus Dortmund den Königswall. Mehrere Männer aus der rechten Szene attackierten beide Passanten grundlos. Die Opfer wurden ebenfalls leicht verletzt und konnten in die "Hirsch Q"-Bar auf der Brückstraße entkommen.

Die "Hirsch Q" wir in den vergangenen zwei Jahren mehrfach Ziel von rechtsextremistisch motivierten Angriffen, bei denen Besucher der Kneipe auch mit Messern verletzt worden sind. Der Königswall als Tatort ist offenbar kein Zufall: Möglicherweise lauerten die Neonazis ihren Opfern auf, als sie den Bereich passierten. Laut Polizeisprecher Manfred Radecke sei es nicht auszuschließen, dass die Opfer der "linken Szene" zugeordnet und deshalb angegriffen worden sind.

Damit gibt es jetzt sechs Fälle rechtsextremistscher Gewalt in nur drei Wochen (seit Ende September). Die Polizei fahndet nach den Angreifern und sucht Zeugen, die die wegen ihres Auftretens sofort als Neonazis erkennbaren Täter gesehen haben. Die Männer sind etwa Mitte 20, hatten kahl rasierte Köpfe, trugen schwarze Bomberjacken und waren dunkel bekleidet. Hinweise an den Kriminaldauerdienst unter Tel. 132 74 91.

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